Winterklausur

Grüne fordern null Prozent Mehrwertsteuer für Bio-Essen

23. Januar 2026 , 15:09 Uhr

Ökologische Lebensmittel können mit konventionell hergestellter Massenware preislich praktisch nie mithalten. Das soll sich ändern, wenn es nach den Grünen geht. Dabei gehe es auch um Patriotismus.

Biolebensmittel sollten nach dem Willen der bayerischen Grünen in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit werden. «Wer nachhaltig einkauft, muss vom Staat unterstützt werden und deswegen ganz klar null Prozent Mehrwertsteuer auf Biolebensmittel», sagte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Katharina Schulze, zum Abschluss der Winterklausur der bayerischen Landtagsabgeordneten. Dadurch würden die Menschen im Land direkt finanziell entlastet und steige die Nachfrage nach gesunden bayerischen Produkten. In Deutschland gilt für alle Lebensmittel der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent.

Schulze fordert Gemüse- und Obstpatriotismus 

Außerdem solle das Mittagessen für Kinder in Ganztagsbetreuung generell kostenfrei angeboten werden. Schulze betonte, dass die Grünen Bayern mit einem neuen «Gemüse- und Obstpatriotismus» zum Vorreiter der Ernährung der Zukunft machen wollten. In Zeiten, «wo wir so abhängig von anderen Staaten sind, müssen wir dorthin kommen, dass wir uns besser selbst ernähren können». Dazu gehöre «Hightech und Tradition von energieautarken Gewächshäusern bis zur Züchtung alter robuster Sorten. Unser Ziel muss in unseren Augen sein, eine verlässliche Selbstversorgung mit einem Anteil von 80 Prozent aus ökologischer bayerischer Herkunft bis 2035.» 

Ruf nach mehr Transparenz bei Preisen von Lebensmittel

Hinsichtlich der Preise für Lebensmittel sehen die Grünen ebenfalls Handlungsbedarf. Es brauche mehr Transparenz und eine Preisvergleichs-App, mit der Verbraucher direkt erkennen könnten, was sie für ihr Geld bekommen. «Damit machen wir dann die Erzeugerpreise und die fairen Margen auch sichtbar», sagte Schulze. Andere Länder seien hier schon viel weiter als Deutschland. Dies gelte auch für das Erkennen von Mogelpackungen, wo sich zwar nicht die Verpackungsgröße, wohl aber der Inhalt bei gleichem Verkaufspreis ändern würden. «In Frankreich und in Österreich wird das schon längst gemacht. Das braucht es auch für Deutschland und für Bayern.»

Quelle: dpa

 

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