Zur besseren Vorbereitung auf Krisen und Notfälle soll jeder Haushalt in Bayern nach Ansicht der Grünen im Landtag einen Notfallrucksack erhalten. «Da soll einfach nur das Nötigste drin sein. Ein bisschen Verbandszeug, Taschenlampe, wenn es Licht ausgeht, eine Rettungsdecke und auch Handlungsmöglichkeiten», sagte Fraktionschefin Katharina Schulze zum Auftakt der Klausur der Landtagsabgeordneten in München. «Wir müssen es stärker schaffen, dass die Gesellschaft oder dass Bürgerinnen und Bürger besser wissen, was sie im Ernstfall tun können.»
Ziel sei es, die Resilienz der Bürgerinnen und Bürger in Bayern zu verbessern, erläuterte Schulze. Dazu gehörten auch landesweite Aktionstage, «wo wir die Blaulichtfamilie, also die Profis in der Blaulichtfamilie, zum Beispiel mit den Schulen zusammenbringen, damit einfach dieses Gefühl von „Oh Gott, ich weiß dann nicht, was ich in dem Moment machen soll“, verschwindet.» Nachdem die Menschen im Land in den vergangenen Jahrzehnten das Glück gehabt hätten, von der Friedensdividende gut leben zu können, seien die sicheren Zeiten nun leider vorbei. Es brauche daher ein gutes Rüstzeug für die Menschen.
Zur Verbesserung der Sicherheitslage gehöre auch ein massiver Ausbau der Sirenen in Bayern, sagte Schulze. «In Bayern fehlen über 10.000 Sirenen. In Zeiten, wo wir auch digital angegriffen werden können, können wir uns nicht darauf verlassen, dass jeder seine Warn-App bekommt oder das über das Fernsehen oder Radio mitbekommt.» Es müsse auch wieder verstärkt in die klassischen Sirenen investiert werden, dafür brauche es «mehr Geld».
Nicht erst der Stromausfall in Berlin habe gezeigt, dass es Handlungsbedarf gebe, um die Gesellschaft besser zu schützen. Bayern könne sich nicht zurücklehnen und nur hoffen, dass derartige Dinge nicht auch hier passieren könnten, sagte Schulze. Bisher gehe es aber nur ein «Schneckentempo bei der Sicherheitspolitik».
Zum Auftakt der Klausur hatten Schulze Kardinal Reinhard Marx und Skilegende Christian Neureuther zum «intensiv-launigen» Stammtisch eingeladen. Alle drei habe es besonders beschäftigt, dass in Bayern für viele immer mehr das «Wir-Gefühl» verloren gehe. Es brauche daher, da seien sich alle einig gewesen, eine stärkere Betonung des Positiven im Land, «einen Chaka-Moment», wie Schulze es nannte.
Quelle: dpa