Hitze in Bayern

Grüne fordern Klimaanlagen für Schulen, Kliniken, Altenheime

11. Juli 2026 , 04:00 Uhr

Die jüngste Hitzewelle hatte auch Bayern tagelang im Griff - und jetzt gehen die Temperaturen wieder nach oben. Die Grünen haben eine klare und teure Forderung.

Auch angesichts der jüngsten massiven Hitzewelle fordert Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze Sofortausgaben in Höhe von 200 Millionen Euro für Klimaanlagen in Schulen, Kitas, Kliniken und Altenheimen. Dafür solle das Geld verwendet werden, das der Freistaat in diesem Jahr aus dem Länderfinanzausgleich zurückbekommt.

«Bayern soll allein in diesem Jahr 200 Millionen Euro zusätzlich vom Bund bekommen», sagte Schulze der Deutschen Presse-Agentur und forderte: «Dieses Geld darf nicht im Staatshaushalt versickern. Damit muss die Staatsregierung endlich für Abkühlung sorgen bei Kindern, älteren und kranken Menschen. Deswegen müssen diese Millionen unbürokratisch und direkt an die Gemeinden und Landkreise weitergeben werden, damit sie Kitas, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser mit Klimaanlagen ausstatten können.» 

Jede Solaranlage, die auf dem Dach brumme, könne eine Klimaanlage betreiben und damit für die nötige Abkühlung sorgen, argumentierte die Grünen-Politikerin.

Zweitheißester Juni

Der Juni war in Bayern der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – das hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach vorläufigen Messungen zuletzt mitgeteilt. Nur im Jahr 2003 war es demnach noch heißer. Die zweite Monatshälfte hatte eine außergewöhnliche Hitzewelle gebracht. Auch für Bayern wurde heuer ein neuer Allzeit-Hitzerekord gemessen.

«Hitzewellen werden häufiger und intensiver», sagte Schulze. «Kinder können bei über 30 Grad im Klassenzimmer nicht mehr vernünftig lernen, Beschäftigte leiden unter der Hitze und Familien geraten unter Druck, wenn Einrichtungen schließen müssen.» Hitzeschutz sei Gesundheitsschutz und auch Wirtschaftsschutz. «Die Menschen können sich nicht aussuchen, ob die nächste Hitzewelle kommt. Die Staatsregierung kann sich aber aussuchen, ob sie vorbereitet ist. Bislang hat sie sich leider fürs Wegschauen entschieden.»

Rund 200 Millionen mehr für Bayern

Der Bundestag hat am Donnerstagabend eine milliardenschwere Finanzspritze für Länder und Kommunen beschlossen. Das Gesetz sieht für die Jahre 2026 bis 2029 einen jährlichen Zuschuss von jeweils einer Milliarde Euro vor. Ein Viertel der Summe – also 250 Millionen Euro pro Jahr – soll direkt an klamme Kommunen gehen, um dort Kitas, Schwimmbäder oder Bibliotheken zu finanzieren. 350 Millionen Euro sind für die ostdeutschen Länder vorgesehen. 400 Millionen Euro fließen in den Länderfinanzausgleich und sollen den finanzstarken Geberländern Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg zugutekommen – davon könnten rund 200 Millionen nach Bayern fließen.

Quelle: dpa

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