Oberfranken

Granitstein und Goethe - Luisenburg ist Naturmonument

30. Januar 2026 , 04:00 Uhr

Bayern hat bald ein zweites Nationales Naturmonument. Nach der Weltenburger Enge trägt auch das Felsenlabyrinth Luisenburg diesen Titel. Dabei galt das Gelände einst als «verrufener Ort».

Riesige Felsbrocken, scheinbar zufällig hingeworfen, bilden monumentale Gebilde, dazwischen Höhlen und Schluchten: Das Felsenlabyrinth Luisenburg in Wunsiedel ist so einzigartig, dass es jetzt zu Bayerns zweitem Nationalen Naturmonument wird. Die Verordnung der Staatsregierung tritt am Sonntag (1. Februar) in Kraft.

Die Luisenburg gilt als Europas größtes Felsenlabyrinth. Nach Angaben der Stadt Wunsiedel besuchen jährlich rund 100.000 Menschen das Labyrinth. Früher jedoch war das ganz anders: Wegen der geologischen Gegebenheit sei das Gebiet des heutigen Felsenlabyrinths in früheren Jahrhunderten kaum zugänglich gewesen, habe bis ins 18. Jahrhundert Angst und Schrecken bei der Bevölkerung ausgelöst und «galt als verrufener Ort», heißt es bei der Stadt.

Goethe und die Königin

Um 1740 fand demnach eine erste Sprengung statt, um das Gelände begehbar zu machen. Prominenter Besucher war Johann Wolfgang von Goethe, der 1785 und 1820 hierher reiste – weil er sich für die Granitverwitterung interessierte.

Ihren Namen bekam die Luisenburg von der preußischen Königin Luise, die 1805 zu Gast war. Auf eine Burg bezieht sich der Name übrigens nicht, gemeint ist damit das gesamte Gelände um das Felsenlabyrinth.

Acht Monumente in Deutschland

Im Randbereich der Luisenburg entstand Ende des 18. Jahrhunderts ein Landschaftsgarten, und es wurde die erste Freilichtbühne Deutschlands eingerichtet. Die Luisenburg-Festspiele ziehen jedes Jahr im Sommer viele Gäste an mit Musicals, Theateraufführungen und Konzerten.

Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik sagte kürzlich, die Stadt verspreche sich von der Auszeichnung «noch mehr Renommee, noch mehr Bekanntheit und noch mehr Besucher». Der Titel sei etwas Besonderes, weil es nur ganz wenige in Deutschland gebe. Die Luisenburg sei ein «einzigartiger Ort mit kulturhistorischer Bedeutung».

Der Wunsiedler Landrat Peter Berek sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gehe nun darum, «die Verleihung des Prädikats mit Leben zu erfüllen». Auch hier würden Stadt, Landkreis und Freistaat zusammenarbeiten. «Dazu wird am Fuße des Labyrinths und der Festspielbühne ein neues Besucherzentrum entstehen, welches der Besucherlenkung dient.»

Nationale Naturmonumente sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Das bislang einzige Naturmonument in Bayern ist die Weltenburger Enge an der Donau. Bundesweit gab es bisher nur acht Naturmonumente.

Quelle: dpa

 

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