Isabel Gose und Maya Werner fielen sich noch im Wasser des EM-Beckens in die Arme und freuten sich gemeinsam. Silbergewinnerin Gose und die drittplatzierte Werner bescherten dem Team des Deutschen Schwimm-Verbands am zweiten Tag der Beckenwettbewerbe die Medaillen zwei und drei im Centre Aquatique Olympique in Paris. Im Finale über 800 Meter Freistil war nur die Italienerin Simona Quadarella besser.
«Ich bin super happy», sagte Gose im ZDF. «Drittes Rennen, dritte Medaille: Das ist bis jetzt eine ganz gute Ausbeute.» In der vergangenen Woche hatte die 24-Jährige im Freiwasser bereits Gold im Knockout Sprint und mit der Mixed-Staffel gewonnen.
In ihrem ersten Beckenfinale von Paris hielt sie zu Beginn gut mit der favorisierten Quadarella mit. Um über die gesamte Distanz dagegenzuhalten, reichte die Kraft aber nicht. «Hinten habe ich schon gemerkt, dass mir so ein paar Körner fehlen», sagte Gose. «Ich habe jetzt doch schon ein paar Wettkampfkilometer hinter mir. Das will ich aber nicht als Ausrede nutzen, dafür trainieren wir das ja. Und deswegen ist es auch Silber geworden.»
Werner war nach ihrer ersten Einzelmedaille auf der ganz großen Bühne ebenfalls glücklich. «Ich bin einfach froh, dass es beim ersten Rennen direkt geklappt hat», sagte die 21-Jährige. «Es ist einfach schön. Wir sind Trainingskolleginnen, Freundinnen innerhalb und außerhalb vom Wasser. Das ist etwas ganz Besonderes», sagte die Bronzegewinnerin zur gemeinsamen Freude mit ihrer Magdeburger Teamkollegin.
Gose zählt als Olympia-Bronzegewinnerin und Zweitschnellste in diesem Jahr auch über 1500 Meter zu den großen Medaillenkandidatinnen. Auf der längsten Beckendistanz wartet am Donnerstag der Vorlauf.
Nicht so gut wie für Gose und Werner lief es für Brustschwimmer Melvin Imoudu. Der 27-Jährige verpasste Bronze in einem starken Teilnehmerfeld nur knapp. Zu Platz drei und dem Italiener Simone Cerasuolo fehlten Imoudu im Rennen über 100 Meter nur 15 Hundertstelsekunden. Gold ging an Olympiasieger Nicolò Martinenghi aus Italien.
Den undankbaren vierten Rang belegte auch Lise Seidel. Der Rückenschwimmerin fehlten beim Sieg der Britin Katie Shanahan über 200 Meter 23 Hundertstelsekunden zum Podestplatz. Die deutsche Mixed-Staffel über 4×100 Meter Lagen stellte in 3:43,00 Minuten zwar einen deutschen Rekord auf, schaffte es aber ebenfalls nicht auf das Podest. Die deutschen Athleten erreichten Rang fünf.
An diesem Mittwoch steht unter anderem das Männer-Finale über 800 Meter Freistil aus deutscher Sicht im Fokus – mit Jungstar Johannes Liebmann in Bestform. Der 19-Jährige, der im vergangenen April mit seinem Europarekord die Schwimm-Welt überraschte, qualifizierte sich als Schnellster für den Endlauf. Dort kommt einer der härtesten Gegner ebenfalls aus Deutschland: Auch Sven Schwarz hat Medaillenchancen.
Auf das Podest will auch Weltmeisterin Anna Elendt über 100 Meter Brust. Die Finalsession beginnt um 18.30 Uhr (ARD).
Quelle: dpa