Die Münchner Brauerei Giesinger Bräu will 2027 auf die Wiesn und startet darum ein Bürgerbegehren. Ziel ist es, einen Bürgerentscheid über die Zulassung der Brauerei zum Münchner Oktoberfest zu erzwingen.
«Wir sind eine Münchner Brauerei – mit eigenem Tiefbrunnen, mit dem Siegel „Münchner Bier“ und mit klarer Verwurzelung in dieser Stadt», betont Brauereigründer Marx. «Wenn auf der Wiesn ausschließlich Münchner Bier ausgeschenkt wird, dann sollte die Frage erlaubt sein, warum eine Münchner Brauerei dort nicht vertreten sein darf. Genau darüber sollen die Bürgerinnen und Bürger entscheiden.»
Zwischen 30.000 und 40.000 Stimmen würden dafür benötigt, sagte der Brauereichef bei der Eröffnung seines Starkbierfestes. «Ich denke, das sollten wir hinbekommen.»
Die Frage beim Bürgerentscheid lautet nach Angaben der Brauerei: «Bist Du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?»
Marx setzt in dieser Sache schon seit geraumer Zeit auf Angriff. Seit einigen Jahren darf seine Brauerei ihr Produkt dank eines Tiefbrunnens in der bayerischen Landeshauptstadt Münchner Bier nennen – als siebte Marke. Seither will Giesinger auch ein Stück abhaben vom großen Wiesn-Kuchen.
Damit eine weitere Brauerei auf dem Oktoberfest zugelassen werden darf, ist ein entsprechender Stadtratsbeschluss nötig. In den Betriebsvorschriften für die Wiesn heißt es unter Paragraf 51: «Das Oktoberfest ist das traditionelle Münchner Volksfest mit Münchner Gastlichkeit und Münchner Bier. Diese Tradition gilt es weiter zu wahren. An Wiesnbesucher darf deshalb nur Münchner Bier der leistungsfähigen und bewährten Münchner Traditionsbrauereien (das sind derzeit: Augustinerbrauerei, Hacker-Pschorr-Brauerei, Löwenbrauerei, Paulanerbrauerei, Spatenbrauerei und Staatliches Hofbräuhaus), das dem Münchner Reinheitsgebot von 1487 und dem Deutschen Reinheitsgebot von 1906 entspricht, ausgeschenkt werden.»
Der frühere Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef sowie aktuelle CSU-Bürgermeisterkandidat, Clemens Baumgärtner, galt stets als Kritiker eines weiteren Bieres auf der Wiesn. Inzwischen scheint sich seine Meinung geändert zu haben. Heuer war sogar er es, der das erste Fass beim Giesinger Starkbierfest anstach und ankündigte: «Schauen wir mal, dass wir’s vielleicht mit den Schwarzen hinkriegen.»
Bei den bayerischen Kommunalwahlen am 8. März wird der Münchner Stadtrat neu gewählt. Die OB-Kandidaten der amtierenden Koalition, Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) und Grünen-Kandidat Dominik Krause, waren zwar als Gäste angekündigt, schickten zum Anstich aber jeweils Vertreter.
Quelle: dpa