Tod bei Verfolgungsjagd

Getöteter Polizist: Angeklagter wegen Autorennens verurteilt

06. Mai 2026 , 10:46 Uhr

Der Tod eines Polizisten bei einer Verfolgung von Autodieben bewegte viele. Nun hat das Landgericht Cottbus das Urteil gegen den Angeklagten gesprochen.

Nach dem Tod eines Dresdner Polizisten bei einer Verfolgungsjagd in Brandenburg ist der Angeklagte zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Landgericht in Cottbus befand ihn eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge für schuldig. 

Der Angeklagte hat demnach im Januar 2025 in Südbrandenburg den 32 Jahre alten Polizisten Maximilian Stoppa mit seinem Wagen erfasst und getötet. Der Beamte war in dem Moment dabei, in der Stadt Lauchhammer aus einem Auto auszusteigen. 

Vor der Tat hatten der Angeklagte und weitere Beteiligte zwei Autos gestohlen. Der 27 Jahre alte Pole war in einem Begleitfahrzeug der Bande eingeteilt. In der Urteilsbegründung verwies der Richter auf die Drogensucht des Angeklagten. Er sei in einem wohlbehüteten Elternhaus aufgewachsen, habe aber vor Jahren begonnen, unter anderem Kokain zu nehmen. Er sei bei der Verfolgungsjagd «rücksichtslos» und mit überhöhtem Tempo unterwegs gewesen.

Bundesweite Bestürzung – Gedenkstein für Toten in Lauchhammer

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten Mord vorgeworfen und eine lebenslange Haftstrafe gefordert, weil er ihr zufolge in der Absicht gehandelt hatte, seine Beteiligung am Diebstahl mehrerer Autos zu verdecken. Der Verteidiger hatte dagegen beantragt, den Angeklagten wegen eines verbotenen Autorennens mit Todesfolge zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von nicht mehr als acht Jahren und sechs Monaten zu verurteilen.

Die Tat in Lauchhammer hatte bundesweit große Bestürzung ausgelöst. Anfang des Jahres wurde ein Gedenkstein für den getöteten Polizisten Stoppa am Ort des Geschehens aufgestellt. Bei der Verkündung des Urteils war der Sitzungssaal gut gefüllt.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

05.05.2026 Mädchen im Wald ermordet - Lebenslange Haft für Betreuerin In einem Wald bei Göttingen wird die Leiche eines 15-jährigen Mädchens entdeckt. Fast ein Jahr später verurteilt ein Gericht die frühere Betreuerin wegen Mordes. Wie kommt es zu der Entscheidung? 04.05.2026 Tochter jahrelang eingesperrt - Freiheitsstrafe für Mutter Ein kleines Mädchen in NRW wird dauerhaft in einem Haus versteckt, von der Außenwelt isoliert, erst nach sieben Jahren befreit. Die Mutter ist nun in Siegen verurteilt worden, ebenso die Großeltern. 30.04.2026 Islamlehrer wegen Missbrauchs in Wohnheim verurteilt Ein Koranlehrer nutzt seine Autorität aus und missbraucht Jungen in einem schwäbischen Schülerwohnheim sexuell. Nun muss er Jahre ins Gefängnis. 29.04.2026 16-Jährige vor Zug gestoßen – Beschuldigter muss in Klinik Eine 16-Jährige wird in Niedersachsen von einem Güterzug erfasst und stirbt. Nun steht fest, was mit dem Mann passiert, der die Jugendliche in den Tod gestoßen hat. Im Saal fließen Tränen.