Prozess um Belästigung

Gericht verurteilt Ex-Landgerichts-Präsidenten erneut

29. Juni 2026 , 21:53 Uhr

Jahrelang stand der Mann als Präsident dem Landgericht Traunstein vor, nun stand er selbst vor Gericht - und wurde auch in zweiter Instanz verurteilt.

Der frühere Präsident des Landgerichts Traunstein ist auch in zweiter Instanz wegen sexueller Belästigung seiner Sekretärin verurteilt worden. Das Landgericht in München bestätigte den Schuldspruch des Amtsgerichts, verhängte aber anders als die erste Instanz keine Freiheits-, sondern eine Geldstrafe, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Demnach soll der frühere Landgerichtspräsident insgesamt 19.200 Euro zahlen, 120 Tagessätze zu je 160 Euro. 

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe, seine Mitarbeiterin auf den Mund geküsst zu haben, schon vor dem ersten Prozess gegen ihn bestritten, seine Verteidiger hatten erneut Freispruch gefordert. Die Staatsanwaltschaft sprach sich in ihrem Plädoyer wie auch schon im ersten Prozess für eine Bestrafung mit 180 Tagessätzen aus. 

Das Amtsgericht war 2024 über diese Forderung sogar noch hinausgegangen und hatte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verhängt. Dagegen legte der Angeklagte Berufung ein. Das zweite Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Der Anwalt des Angeklagten, Holm Putzke, kündigte Rechtsmittel an: «Auch nach der deutlichen Reduzierung des Strafmaßes bleibt dieses Urteil aus unserer Sicht falsch», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden es mit der Revision anfechten.» In dem Fall ist dann das Bayerische Oberste Landesgericht am Zug.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

25.06.2026 Revision gegen Urteil nach Hammerangriff auf Schüler Ein 15-Jähriger hatte zwei Schüler seiner Ex-Schule mit einem Hammer verletzt. Dafür erhielt er eine Jugendstrafe von vier Jahren. Doch das Urteil wird zumindest vorerst nicht rechtskräftig. 29.06.2026 Lebenslang nach Strangulation mit Schal vor fast 42 Jahren DNA-Spuren, neue Ermittlungen und ein Geständnis: Wie ein jahrzehntealter Fall in Aschaffenburg vor Gericht aufgearbeitet wird – und warum es Mord gewesen sein soll. 25.06.2026 Gesetz soll Gefangene in Bayern besser schützen 2024 machte der Skandal um mutmaßliche Misshandlungen in der JVA Augsburg-Gablingen Schlagzeilen. Gesetzesverschärfungen sollen Derartiges künftig verhindern. Das Votum im Landtag ist außergewöhnlich. 25.06.2026 Griff in Asservatenkammer: Haft für Polizeibedienstete Insgesamt soll die Frau sechsmal zugegriffen und fast 200.000 Euro an sich gebracht haben. Auch ihr Ex-Freund spielte eine Rolle.