Wohnungsbau

Genossenschaften können kaum noch günstige Wohnungen bauen

03. Juli 2026 , 04:30 Uhr

Ob in den 1920er Jahren oder in der Nachkriegszeit: In vergangenen Krisen halfen Genossenschaften, die Wohnungsnot zu lindern. Doch das gelingt den Unternehmen derzeit kaum mehr.

 

München (dpa/lby) – Den bayerischen Wohnungsgenossenschaften fällt der Bau günstiger Wohnungen wegen hoher Kosten und fehlenden Baulands immer schwerer. Nach Zahlen des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) sind seit 2021 nur noch acht neue Wohnungsgenossenschaften im Freistaat gegründet worden – von 2015 bis 2021 waren es hingegen 36. «Für ihr erstes Bauprojekt sehen sich Neugründungen mit zu hohen Baukosten konfrontiert, gleichzeitig ist geeignetes und bezahlbares Bauland in bayerischen Ballungsräumen knapp», sagte Verbandsdirektor Hans Maier in München. Anlass ist der bevorstehende internationale Tag der Genossenschaften an diesem Samstag.

In diesem Jahr nur noch halb so viele Fertigstellungen erwartet

Im Jahr 2025 hatten die knapp 350 bayerischen Wohnungsgenossenschaften 879 Wohnungen fertiggestellt, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um mehr als ein Drittel. In diesem Jahr werden es nach einer Abfrage des Verbands unter den Unternehmen nur noch 449 sein, das wäre dann ein neuerlicher Rückgang um knapp die Hälfte. «Um aktuelle Baukosten zu refinanzieren, wären oftmals Mieten von mehr als 18 Euro pro Quadratmeter nötig», sagte Maier. «Ein Mietniveau, das Genossenschaften ihren Mitgliedern weder anbieten wollen noch können.»

In vergangenen Jahrzehnten hatten Genossenschaften in Krisenzeiten rege Bautätigkeit entfaltet. So stehen in vielen deutschen Großstädten heute noch zahlreiche Genossenschaftswohnungen, die in den 1920er Jahren errichtet wurden, ebenfalls ein Jahrzehnt großer Wohnungsnot. Der VdW forderte von der Staatsregierung mehr Unterstützung für neue Genossenschaften. In dem Verband sind an die 500 sozial orientierte Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, neben den Genossenschaften zählen dazu 110 kommunale Gesellschaften.

Quelle: dpa

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