Erneuerbare Energien

Genehmigungsverfahren für Prestige-Windpark startet

09. Januar 2026 , 18:35 Uhr

Windparks sollen auch in Bayern die Energiewende voranbringen. Eines der größten Projekte ist der Altöttinger Windpark. Ein nächster Schritt ist gemacht - und bald können die Bürger Stellung nehmen.

Die Planung für das bayerische Prestigeprojekt Windpark Altötting ist einen Schritt vorangekommen. Der Projektentwickler Qair Deutschland habe alle Genehmigungsunterlagen dafür eingereicht, teilte das Unternehmen mit. Die Unterlagen würden nun bis Ende des Monats vom Landratsamt auf Vollständigkeit geprüft. 

Möglichkeit zur Stellungnahme ab Ende Januar 

Danach sollen die Unterlagen offengelegt werden. Damit erhalten Bürgerinnen und Bürger in dem Gebiet die Möglichkeit zur Einsicht und zur Stellungnahme. Anmerkungen und Einwendungen sollen von den Behörden geprüft werden und in die weitere Bewertung des Projekts einfließen, hieß es. 

Dann könnte ein Genehmigungsbescheid erlassen werden, gegen den wiederum Klagen möglich wären. Eine Bürgerinitiative kritisierte einen Eingriff in die Natur und die Zerstörung des geschlossenen Waldes. Zudem zogen die Gegner die Wirtschaftlichkeit und Energiebilanz in Zweifel.

«Wir werden den weiteren Prozess weiterhin transparent gestalten und den Dialog mit der Bevölkerung fortführen», versprach Peter Reidelbach, Projektleiter des Windparks Altötting bei Qair. Der Windpark werde einen wichtigen Beitrag zur regionalen Energiewende leisten. Laut Qair soll er jährlich rund 320 Millionen Kilowattstunden (kWh) produzieren und Strom für rechnerisch mehr als 90.000 Haushalte in der Region liefern. 

Umweltprüfungen vor Genehmigungseinreichung 

Mit der Einreichung der Genehmigungsunterlagen starte Qair nun in das formale Prüfverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz, hieß es weiter. Im Vorfeld seien Umweltaspekte wie Natur-, Boden- und Wasserschutz umfassend untersucht worden. 

Ein Bodenmanagementkonzept soll laut dem Unternehmen sicherstellen, dass nur geringe Erdbewegungen notwendig sind und eine erhöhte Auswaschung von stark belastetem Erdmaterial vermieden wird. Das Erdreich ist mit PFAS – per- und polyfluorierten Chemikalien – belastet. Anwohner hatten die Gefahr einer möglichen Auswaschung der Chemikalien kritisiert. Eine minimalinvasive Bauweise soll Qair zufolge Eingriffe in Natur und Erdreich um bis zu 60 Prozent auf das notwendige Maß reduzieren. Zudem sollen weitere Maßnahmen etwa zum Trinkwasserschutz ergriffen werden. 

Baustart 2027?

Ob es bei dem früher genannten Ziel bleibt, den Bau 2027 zu starten und noch im selben Jahr ersten Strom zu liefern, war zunächst nicht zu erfahren. Geplant waren nach Angaben vom vergangenen April zuletzt 27 Windenergieanlagen. Die Kosten wurden damals auf rund 270 Millionen Euro geschätzt. 

Die Zahl der ursprünglich geplanten 40 Windräder – inklusive Rotorblättern bis zu 280 Metern hoch – war unter anderem nach Bürgerprotesten und einem ablehnenden Bürgerentscheid in der Gemeinde Mehring reduziert worden. Es bleibt dennoch eines von Bayerns größten Windparkprojekten.

Quelle: dpa

 

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