Geldwäsche-Verdacht

Millionenfund auf der Autobahn – Fahrer schweigt vor Gericht

22. September 2026 , 14:06 Uhr

Im September 2025 halten Polizisten einen Wagen auf der Autobahn an. Auf die Frage, ob er Bargeld bei sich habe, antwortet der Fahrer mit Nein. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Nach dem Fund von mehr als einer Million Euro in bar in einem Auto muss sich der Fahrer vor dem Landgericht in Kempten verantworten. Der 60-Jährige hatte nach Angaben der Münchner Generalstaatsanwaltschaft bei einer Polizeikontrolle in Schwaben auch zwei selbst gegossene Goldbarren im Wert von mehr als 170.000 Euro im Fahrzeug.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Bargeld und das Gold aus Straftaten stammen, sie können allerdings keine konkreten Taten benennen. Der Mann ist wegen Geldwäsche angeklagt, das Geld soll er in Nordrhein-Westfalen abgeholt haben.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers machte der Angeklagte zu Beginn des Prozesses keine Angaben zu den Vorwürfen. Das Gericht habe dann einen Polizisten als Zeugen befragt. In dem Verfahren könnte bereits am Donnerstag ein Urteil gesprochen werden.

Angeklagter soll auf dem Weg von Köln nach Italien gewesen sein

Schleierfahnder hatten den Wagen im September 2025 auf der Autobahn 7 nahe Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) gestoppt. Bei der Kontrolle des Autos fanden die Beamten in verschiedenen Verstecken insgesamt etwas mehr als eine Million Euro in bar – aufgeteilt auf mehrere Bündel. Auch auf nahezu zweieinhalb Kilo Gold stießen die Polizisten.

Der Angeklagte war laut Anklage zuvor aus dem Raum Mailand nach Köln gefahren, wo er das Geld in Empfang genommen und im Auto versteckt habe. Bei der Polizeikontrolle sei er auf dem Rückweg nach Italien gewesen. Die Frage der Polizisten, ob er Bargeld im Auto habe, soll er mehrfach verneint haben.

In Bayern werden immer wieder größere Mengen Bargeld gefunden, wenn Schleierfahnder Autos an Autobahnen kontrollieren. Oft handelt es sich dabei um fünf- bis sechsstellige Summen. Wenn die Fahrer nicht erklären können, woher das Geld stammt und wofür es genutzt werden soll, können die Polizisten es für eine Einziehung sicherstellen.

Quelle: dpa

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