Der katalanische Musiker Jordi Savall erhält den renommierten Ernst von Siemens Musikpreis. Savall habe als Musiker, Forscher und Vermittler Wegweisendes für die Alte Musik und die historische Aufführungspraxis geleistet, begründete die Ernst von Siemens Musikstiftung die Ehrung des 84 Jahre alten Gambisten und Dirigenten. Zudem habe er als Lehrer und Ensembleleiter Musikerinnen und Musiker über Generationen hinweg geprägt.
Einem breiten Publikum bekannt wurde Savall 1991 für seine Musik zum französischen Historienfilm «Die siebente Saite». Als Dirigent stand er unter anderem für die Berliner Philharmoniker am Pult.
Savall studierte Cello in Barcelona, wandte sich dann aber nach Angaben der Stiftung der Viola da Gamba zu, einem historischen Streichinstrument, das wie ein Cello beim Spielen zwischen den Beinen gehalten wird. Er unterrichtete und gründete mehrere Ensembles wie das Orchester Le Concert des Nations, das Werke des Barock, der Klassik und der Frühromantik auf Originalinstrumenten spielt. Als Wissenschaftler habe er auch Handschriften des Mittelalters und der Renaissance erforscht, so die Stiftung.
Ein besonderes Anliegen des Gambisten: jungen Menschen Musik zu vermitteln und den Nachwuchs zu fördern. Er habe gezeigt, dass Alte Musik nicht elitär sein müsse, sondern ein immer breiteres und vielfältigeres Publikum aller Altersgruppen anspreche, würdigte die Stiftung.
Für geflüchtete Musikerinnen und Musiker aus Nordafrika gründete er 2018 das Ensemble Orpheus XXI. «Musik kann keinen Krieg beenden, sie kann aber Frieden in unseren Herzen stiften. Musik ist die einzige Sprache, die direkt die Herzen anspricht. Ohne sie wäre das Leben unmöglich», sagte er nach Angaben der Stiftung.
Die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung soll Savall am 23. Mai in München überreicht werden. Zudem werden an dem Abend die Förderpreise Komposition verliehen, die mit einem Preisgeld von je 35.000 Euro verbunden sind. Sie gehen an die britische Komponistin Bethan Morgan-Williams, an Hovik Sardaryan aus Armenien und die australische Komponistin Kitty Xiao.
Quelle: dpa