Eiskunstlauf

Gala statt Drama: «Vierfach-Gott» Malinin läuft zu WM-Gold

28. März 2026 , 16:51 Uhr

Nach dem Olympia-Desaster kehrt «Vierfach-Gott» Ilia Malinin bei der Weltmeisterschaft in Prag zurück aufs Eis. Dort meldet er sich mit zwei herausragenden Programmen zurück - und gewinnt Gold.

Sechs Wochen nach dem Olympia-Fiasko hat US-Superstar Ilia Malinin bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag mit einer Weltklasse-Kür die Goldmedaille gewonnen. Der 21-Jährige sicherte sich mit einer atemberaubenden Flugshow und 329,40 Punkten seinen dritten WM-Titel in Folge.

Das Wunderkind zeigte zwar nur fünf statt der eigentlich geplanten sieben Vierfachsprünge und verzichtete auch auf den besonders anspruchsvollen vierfachen Axel. Malinin, der sich selbst als «Vierfach-Gott» bezeichnet, kam aber ohne schweren Patzer durch seine Kür und meldete sich auf der großen Bühne eindrucksvoll zurück. «Bei jedem Element habe ich das Publikum hinter mir gespürt», sagte Malinin im Siegerinterview.

Vom Olympia-Trauma keine Spur mehr

Bei den Olympischen Winterspielen in Italien hatte Malinin wie nun auch bei der WM nach dem Kurzprogramm geführt. In der Kür erlebte er dann aber einen dramatischen Absturz und wurde als Megafavorit nur Achter. Er klagte anschließend über den immensen Druck.

Es sei «ziemlich schwierig» gewesen, sich von den Olympischen Spielen zu erholen, hatte Malinin nach dem Kurzprogramm am Donnerstag gesagt. «Ich habe an so viele verschiedene Dinge gedacht, die ich hätte anders machen können, um ein anderes Ergebnis zu erzielen.» 

Dieses Mal stellte der Ausnahmekönner mit neuer Frisur seine sonst so gewohnte Nervenstärke unter Beweis. Hinter Malinin belegte der Japaner Yuma Kagiyama dank einer starken Aufholjagd mit 306,67 Punkten Rang zwei. Der 22-Jährige verbesserte sich in der Kür um vier Plätze. Dritter wurde Kagiyamas Landsmann Shun Sato (288,54 Punkte).

Gartung wird bei WM-Debüt 24.

Genrikh Gartung fiel bei seinem WM-Debüt nach einer fehlerhaften Kür vom 23. Rang nach dem Kurzprogramm auf den 24. Platz zurück. Für den einzigen deutschen Teilnehmer und den jüngsten Starter der gesamten Konkurrenz war aber schon der Einzug ins Finale der besten 24 Eiskunstläufer ein Erfolg. Einige Top-Athleten wie der Sensations-Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan hatten auf den Abschluss einer langen Saison verzichtet.

Quelle: dpa

 

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