Pokal-Halbfinale

«Klinisch tot»: Bergischer HC schafft Handball-Sensation

18. April 2026 , 21:30 Uhr

Dem Bergischen HC gelingt einer der größten Handball-Coups der letzten Jahre. Der Bundesliga-Aufsteiger schaltet im DHB-Pokal Topfavorit Magdeburg aus. Im Endspiel wartet nun der deutsche Meister.

Topfavorit SC Magdeburg ist im Halbfinale des DHB-Pokals sensationell ausgeschieden und hat das Traumfinale gegen die Füchse Berlin verpasst. Im Handball-Kessel von Köln verlor der Tabellenführer der Bundesliga und Champions-League-Sieger gegen den Bergischen HC nach Siebenmeterwerfen mit 30:31. Magdeburg hat damit keine Chance mehr auf das Triple aus Pokalsieg, deutscher Meisterschaft und Königsklasse.

Die Fans des BHC träumen nun vom ersten Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Im Finale am Sonntag (15.45 Uhr/ARD und Dyn) trifft die Mannschaft aus Wuppertal/Solingen dann auf den deutschen Meister Berlin. Der Sieg gegen Magdeburg ist eine der größten Sensationen im Handball in den vergangenen Jahren und schon jetzt der größte Erfolg in der BHC-Historie. 

BHC-Keeper: «Keine Ahnung, wie wir schlafen sollen»

Keeper Christopher Rudeck sprach von einem «wahnsinnigen, unbeschreiblichen» Gefühl. «Es ist unfassbar. Viele Jungs waren klinisch tot. Das ist an so einem Tag scheißegal. Keine Ahnung, wie wir schlafen sollen. Wir haben die Chance, mit dem BHC einen Titel zu holen und das ist unfassbar», schwärmte Rudeck, der mit Noah Beyer zu den besten BHC-Akteuren gehörte.

Vor rund 20.000 Zuschauern hatte es nach der regulären Spielzeit 22:22 (11:11) gestanden, am Ende der Verlängerung 27:27. Auch wenn sich der SCM schon in der HBL gegen den Aufsteiger schwergetan hatte, rechnete so gut wie niemand mit diesem Coup. «Absolut verdient», bilanzierte Ikone Stefan Kretzschmar. Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson sprach von «Handball-Geschichte». 

Der SCM schwächelte nicht nur in der Crunchtime vom Punkt. Schon in der regulären Spielzeit hatten die Elbestädter einige Siebenmeter vergeben. «Wir lassen heute vier im normalen Spiel liegen. Da muss ich bei 30:31 nicht viel rechnen, woran es noch gelegen haben könnte», sagte Trainer Bennet Wiegert. 

Nicht Gidsel: Dieser Däne überragt bei Berlin

Die Berliner um Welthandballer Mathias Gidsel hatten sich zuvor mit 39:36 (20:16) gegen den TBV Lemgo Lippe durchgesetzt. Lasse Andersson war mit elf Toren bester Werfer der Füchse. Bei Lemgo traf Tim Suton achtmal.

Die Füchse hatten zunächst Schwierigkeiten ins Spiel zu finden und lagen früh zurück, Torwart Dejan Milosavljev überzeugte jedoch mit starken Paraden und half dabei, eine zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung aufzubauen. Nach der Halbzeit wuchs der Vorsprung sogar auf fünf Tore an, doch durch viele Fehler ließen die Füchse Lemgo wieder herankommen. Am Ende schafften es die Berliner dennoch, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

19.04.2026 Nach Magdeburg-Patzer: Berlin feiert Pokal-Triumph Der so gut wie entthronte deutsche Handball-Meister Füchse Berlin entschädigt sich mit dem zweiten Pokal-Triumph der Vereinsgeschichte. Mitfavorit Magdeburg erlebt ein Alptraum-Wochenende. 20.04.2026 Lindner über den Alltag mit Kleinkind: Nicht nur stressfrei Seine Tochter sei eine «zauberhafte Bereicherung» für sein Leben, erzählt Vater und Ex-Finanzminister Christian Lindner. Doch Familie und Karriere zu vereinbaren, sei nicht immer leicht. 19.04.2026 Strombetreiber nach Blackout: Kein Anzeichen für Anschlag Seitdem ein Anschlag Anfang des Jahres zu einem tagelangen Blackout geführt hat, reagieren die Menschen in Berlin nervös auf Stromausfälle. Nach einem neuen Fall gibt der Betreiber Entwarnung. 19.04.2026 «Echte Revolution»: Welt-Presse feiert «Fußballgöttin» Eta Marie-Louise Eta im Blitzlichtgewitter: Wie ihre historische Premiere bei Union Berlin für weltweite Schlagzeilen sorgt und was die 34-Jährige nach dem misslungenen Debüt zum Hype um ihre Person sagt.