Prozesse

Freundin betäubt und vergewaltigt? - Mordversuch angeklagt

02. Februar 2026 , 03:30 Uhr

Der Fall Gisèle Pelicot, die in Frankreich von ihrem Mann betäubt und von ihm und anderen Männern vergewaltigt wurde, machte weltweit Schlagzeilen. In München wird nun ein ähnlicher Fall verhandelt.

Vor dem Landgericht München I geht es an diesem Montag (9.30 Uhr) um schockierende Vorwürfe. Ein heute 27-Jähriger aus München ist unter anderem wegen versuchten Mordes in sieben Fällen angeklagt, wegen gefährlicher Körperverletzung, besonders schwerer Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung mit Todesfolge. 

Er soll seine Freundin betäubt, vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Dass sie wegen der verabreichten Medikamente nicht starb, ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft reiner Zufall. 18 Verhandlungstage hat das Gericht für die Verhandlung angesetzt, das Urteil könnte Ende März fallen. 

Betäubungsmittel über Telegram bestellt

Der in China geborene Student soll sich dabei gefilmt haben, wie er seine sedierte Nachbarin und Freundin missbrauchte. Die Betäubungsmittel bestellte er den Ermittlungen zufolge unter anderem über den Messenger-Dienst Telegram. Die Taten erstreckten sich laut Staatsanwaltschaft über mehrere Monate um Jahr 2024. Weil der Mann in Kauf genommen haben soll, dass die betäubte Frau sterben konnte, lauten die Vorwürfe auch auf versuchten Mord. 

Vergewaltigungs-Chats im Internet

Außerdem soll er sich im Internet mit Männern, die ähnliche sexuelle Fantasien über derartige Verbrechen an Frauen teilten, ausgetauscht haben. Ihnen soll er auch Bilder von den Taten geschickt haben – er sendete sie laut den Ermittlern an eine gemeinsame Chat-Gruppe. Gegen mindestens einen weiteren Beschuldigten wird ermittelt, wie viele weitere Tatverdächtige es gibt, teilt die Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage nicht mit. Sie gibt auch nicht bekannt, wie die Taten entdeckt wurden. 

Der Fall erinnert an die Französin Gisèle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden war. Ihr Ex-Mann wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

02.02.2026 Urteil im Halemba-Prozess erwartet Im Prozess gegen den AfD-Politiker Halemba will das Amtsgericht Würzburg das Urteil sprechen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Geldstrafe, die Verteidigung plädiert auf Freispruch. 31.01.2026 Freundin betäubt und vergewaltigt? - Mordversuch angeklagt Der Fall Gisèle Pelicot, die in Frankreich von ihrem Mann betäubt und von ihm und anderen Männern vergewaltigt wurde, machte weltweit Schlagzeilen. In München wird nun ein ähnlicher Fall verhandelt. 22.01.2026 Tochter zum Sex angeboten – Mutter muss ins Gefängnis Eine Mutter bietet ihr Kind zum Missbrauch an – das Amtsgericht Augsburg verhängt eine mehrjährige Haftstrafe. Wie das Gericht die Tat bewertet und welche Rolle ein Chat spielt. 21.01.2026 Todesschüsse auf Hochzeit - Angeklagter schweigt vor Gericht Auf einer fröhlichen Hochzeitsfeier fallen sechs Schüsse. Ein Mann stirbt. Was sind die Gründe für die Bluttat vor den Augen der vielen Gäste?