Frauen verdienen in Bayern im Schnitt fast 5,30 Euro pro Stunde weniger als Männer. Die Lücke bei der Bezahlung ist damit zuletzt wieder größer geworden. Im Freistaat ist der prozentuale Unterschied im Vergleich auch höher als im bundesweiten Durchschnitt, wie das Landesamt für Statistik mitteilte.
Frauen in Bayern verdienten im vergangenen Jahr demnach durchschnittlich 23,22 Euro brutto je Stunde. Männer dagegen Männer im Schnitt 28,50 Euro. Macht für Frauen 5,28 Euro weniger – oder 19 Prozent. Das sind dem Landesamt zufolge drei Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Vergleich.
Im Jahr 2024 hatte der absolute Unterschied in Bayern mit knapp 5 Euro etwas weniger betragen. Prozentual lag die Differenz damals bei 18 Prozent. Die Statistiker nennen als Grund für die wieder größere Lücke allgemein gestiegene Bruttomonatsverdienste von Männern – genauere Angaben zu den Gründen der Entwicklung machten sie auf Nachfrage nicht.
Kritiker des Unterschieds – wie zum Beispiel Gewerkschaften – beklagen immer wieder, dass dagegen mehr getan werden müsse. «Die wachsende Lohnlücke ist ein klarer Rückschritt bei der Gleichstellung in Bayern», sagte Marietta Eder, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern. «Wenn Frauen im Schnitt über fünf Euro pro Stunde weniger verdienen, dann läuft etwas grundsätzlich schief.»
Die nun 5,28 Euro im vergangenen Jahr bezeichnen Statistikexperten als sogenannten «unbereinigten Gender Pay Gap». Ein Gutteil dieses Unterschieds (mehr als 60 Prozent) sei darauf zurückzuführen, dass Frauen unter anderem häufiger in Teilzeit oder in weniger gut bezahlten Branchen arbeiteten. Diese Faktoren herausgerechnet, bleibe eine «bereinigte Lohnlücke» von sieben Prozent.
DGB-Vize Eder sagte, die Schieflage zeige sich genau in der häufigen Erklärung, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten oder in schlechter bezahlten Berufen: ungleich verteilte Sorgearbeit, schlecht bezahlte soziale Berufe und zu wenig Tarifbindung. «Und selbst bereinigt bleibt eine Lücke – gleiche Arbeit wird also noch immer nicht gleich bezahlt.»
Die Staatsregierung dürfe das nicht länger hinnehmen, sagte Eder. «Sie muss jetzt die strukturellen Ursachen angehen: von guter Kinderbetreuung über faire Arbeitsbedingungen bis hin zu einer echten Aufwertung sozialer Berufe.»
Quelle: dpa