Die Stadt Forchheim stellt sich finanziell auf schwierige Jahre ein. Im Haushaltsentwurf für 2026 liegt der Fokus deshalb vor allem darauf, laufende Projekte abzuschließen – neue große Vorhaben sind kaum geplant. Das wurde in der Stadtratssitzung am Montagabend deutlich.
Oberbürgermeister Uwe Kirschstein sagte dazu im Radio Bamberg Interview:
„Da haben wir natürlich einen klaren Fokus gelegt, gemeinsam, dass wir die Dinge, die wir angefangen haben, auch noch fertig stellen wollen, aber eben keine großen, neuen Dinge beginnen. Insofern müssen wir da auf Sicht fahren. Das, was wir finanzieren können, das starten wir. Und das ist in dem ja eben nur eine einzige Baumaßnahme, die gänzlich neu gestartet wird. Das alles andere sind Fortsetzungsmaßnahmen.“
Die einzige größere neue Maßnahme ist die geplante Straßensanierung und Verbreiterung in Buckenhofen. Hintergrund ist der geplante Abriss der Konrad-Adenauer-Brücke im Jahr 2028. Dafür soll rechtzeitig eine Ausweichroute geschaffen werden.
Außerdem hat der Stadtrat wichtige Entscheidungen für den Forchheimer Kellerwald getroffen. Künftig gelten feste Gestaltungsrichtlinien, um den historischen Charakter zu erhalten und gleichzeitig Weiterentwicklungen zu ermöglichen. Zudem wird der Kellerwald planungsrechtlich künftig wie ein eigener Stadtteil behandelt. Kirschstein betonte:
„Wir sehen den Kellerwald als eigene Einheit insgesamt und die gilt es jetzt nach und nach natürlich dann aufzuwerten, Denkmalpflege zu erhalten, Denkmalpflege, die eben nicht nur in das Gebäude oder in die Hochbauten alleine steckt, sondern immer auch die Nutzung im Blick hat. Wir wollen einen aktiven Kellerwald, wir wollen leben im Kellerwald und dazu müssen auch die Rahmenbedingungen passen und dafür haben wir heute den Weg frei gemacht.“
Der Kellerwald mit seinen historischen Bierkellern gilt als eines der wichtigsten Wahrzeichen Forchheims.
Auch beim Thema Wohnen will Forchheim neue Wege gehen. Möglich macht das ein neues Bundesgesetz, der sogenannte „Bau-Turbo“. Damit sollen Bauvorhaben schneller und unbürokratischer umgesetzt werden können. Der Stadtrat hat beschlossen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen. Kirschstein erklärte dazu:
„Der Bauturbo lässt eben ein paar Ausnahmen oder ein paar Zulässigkeiten im Gesetz, die vorher nicht möglich waren, die aber das Thema Wohnen beschleunigen sollen und wir eben darauf wertlegen, dass diejenigen, die jetzt sich auch bei uns melden, die den Wohnbauturbo nutzen, eben aber auch bauen und nicht Vorratsbeschüsse machen. Wir wollen, dass es in Umsetzung geht, wir wollen, dass in kurzer Zeit Wohnraum eben entsteht.“
Die Stadt will dabei darauf achten, dass Projekte auch tatsächlich umgesetzt werden. Zusätzlich unterstützt Forchheim den sozialen Wohnungsbau mit einem Darlehen von rund 210.000 Euro für 14 geförderte Wohnungen in der Friedrich-von-Schletz-Straße.
Beschlossen wurde außerdem eine Erhöhung der Grundsteuer B. Der Hebesatz steigt ab 2026 von bisher 335 auf 380 Prozent. Betroffen sind Wohnhäuser und gewerblich genutzte Grundstücke. Hintergrund sind weiterhin offene und teilweise fehlende Bescheide beim Finanzamt im Zuge der Grundsteuerreform. Die Stadt will mit der Anpassung näher an die sogenannte Aufkommensneutralität kommen. Die Grundsteuer zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen Forchheims.
Zum Ende der Sitzung wurde es emotional: Mit langem Applaus und Standing Ovations verabschiedete der Stadtrat Oberbürgermeister Uwe Kirschstein. Nach zwölf Jahren im Stadtrat und zehn Jahren als Oberbürgermeister endet damit seine Amtszeit. Insgesamt absolvierte Kirschstein in dieser Zeit mehr als 12.400 Termine für die Stadt. Im Radio Bamberg Interview sagte er sichtlich bewegt:
„Für mich heute sehr bewegend und sehr beeindruckend, die letzte Stadtratssitzung vollziehen zu müssen. Insofern war es für mich etwas ganz Besonderes, nach zwölf Jahren in diesem Stadtrat und zehn Jahren als Oberbürgermeister davon in einer besonderen Leitungsfunktion heute Abschied nehmen zu müssen. Abschied nehmen zu dürfen, sage ich auch mit einem Lachenden und einem Weinenden Auge. Es hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht. Es war mir eine sehr große Ehre, diese Aufgabe erfüllen zu dürfen.“
Ab dem 1. Mai übernimmt Martina Hebendanz das Amt der Oberbürgermeisterin von Forchheim.