Findet der Bamberger Mammutprozess ein vorzeitiges Ende?

08. Juli 2024 , 15:38 Uhr

Im Prozess gegen eine mutmaßliche Bande von Geldautomaten-Sprengern zeichnet sich überraschend ein schnelles Ende ab. Wie das Landgericht Bamberg mitteilte, habe man bislang mit 13 der 16 Angeklagten eine Verständigung erzielt. Der sogenannte Deal sieht vor, dass sich die Angeklagten weitreichend zu den Vorwürfen äußern. Im Gegenzug einigten sich Gericht, Angeklagte und Staatsanwaltschaft auf eine Ober- und Untergrenze für die Freiheitsstrafen.

Damit könnte das als Mammut-Prozess gestartete Verfahren deutlich früher enden als geplant. Denn ursprünglich waren zahlreiche Termine bis Januar 2026 festgelegt worden.

Derzeit gehe die Kammer davon aus, dass nur noch drei Zeugen und eine Sachverständige für DNA-Analyse vernommen werden müssen, hieß es weiter. Möglicherweise könnten schon an diesem Mittwoch die Plädoyers beginnen.

Den 16 Männern aus den Niederlanden und Belgien wirft die Staatsanwaltschaft vor, dass sie viele Geldautomaten in ganz Deutschland – vor allem in Bayern und Baden-Württemberg – gesprengt haben, um an das Bargeld zu kommen. Das Vorgehen gleiche «mafiösen Strukturen», hieß es in der Anklageschrift.

Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft von einer Beute von mehr als 3,3 Millionen Euro aus. Noch höher soll der durch die Sprengungen angerichtete Schaden sein: mehr als 5,5 Millionen Euro. Da die Ermittler den Angeklagten im Alter zwischen 23 und 43 Jahren auch Fälle in Zapfendorf und Forchheim in Oberfranken zur Last legen, kam der Fall in Bamberg vor Gericht.

Die Räume des Landgerichts erwiesen sich für die 16 Angeklagten, für zahlreiche Verteidiger sowie Dolmetscher jedoch als zu klein. So wird in einer Sporthalle auf dem Bundespolizei-Gelände verhandelt. Der Aufwand ist immens: Zu den Verhandlungstagen müssen die Angeklagten aus unterschiedlichen Gefängnissen in ganz Bayern nach Bamberg gebracht werden, begleitet von zahlreichen Polizeikräften.

Das könnte Dich auch interessieren

04.08.2026 Prozessstart am Bamberger Landgericht Vor dem Bamberger Landgericht beginnt heute der Prozess gegen zwei rumänische Staatsangehörige im Alter von 28 und 45 Jahren. Ihnen wird unter anderem gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in mehr als 400 Fällen vorgeworfen. Laut Anklage sollen die Männer Teil einer Bande gewesen sein, die ab 2022 mit Phishing-Mails Amazon-Händlerkonten übernommen und anschließend Waren angeboten haben 13.05.2026 Haftstrafen für Geldautomaten-Sprenger nach Prozess in Bamberg Der Prozess gegen zwei Geldautomaten-Sprenger vor dem Landgericht Bamberg ist beendet. Die beiden Niederländer wurden zu siebeneinhalb und sieben Jahren Haft verurteilt. Das berichten die Nordbayerischen Nachrichten. Sie hatten unter anderem Sprengungen in Forchheim und Eckental gestanden. Entscheidende Beweise waren eine Blutspur und Überwachungsvideos aus einem Forchheimer Einkaufsmarkt. Nach einer Übergangszeit in Deutschland sollen die 09.02.2026 Prozessstart vor dem Landgericht Bamberg Vor dem Landgericht Bamberg beginnt heute der Prozess gegen einen 35-Jährigen. Ihm wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug in 364 Fällen vorgeworfen. Laut Anklage soll der Mann Teil einer größeren Tätergruppe gewesen sein, die über Callcenter Anleger aus dem deutschsprachigen Raum getäuscht haben soll. Den Opfern wurden Gewinne durch angebliche Online-Tradingplattformen in Aussicht gestellt. Tatsächlich habe 13.01.2026 Bamberg: Start zweier Prozesse vor dem Landgericht Heute starten gleich zwei Prozesse vor dem Landgericht Bamberg. Vor der 3. Strafkammer muss sich ein 32-jähriger Mann wegen besonders schweren Raubs verantworten: Er soll im September in einer Wohnung des Ankerzentrums Oberfranken einer schwangeren Frau Bargeld unter Androhung eines Messers entwendet haben. Gleichzeitig beginnt vor der 2. Strafkammer der Prozess gegen einen 23-Jährigen wegen