Vierschanzentournee

«Finde es frech»: Kritik an gesperrtem Skispringer Zajc

02. Januar 2026 , 06:03 Uhr

Skispringer Timi Zajc wird bei der Tournee erneut disqualifiziert. Martin Schmitt findet klare Worte. Ein deutscher Top-Springer äußert sich zu den Materialkontrollen.

Der frühere Weltklasse-Skispringer Martin Schmitt hat den erneut disqualifizierten Slowenen Timi Zajc hart kritisiert. «Das ist ein Denkzettel für ihn. Ich finde es frech – und das nicht im positiven Sinne», sagte der Eurosport-Experte nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. «In Oberstdorf hatte ich ein bisschen Mitleid mit ihm. Aber ich habe absolut überhaupt kein Verständnis für das, was hier passiert ist.»

Zajc wurde schon zum zweiten Mal nacheinander wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzugs aus dem Wettbewerb genommen. Diesmal wich das Kleidungsstück um vier Millimeter von der Norm ab. In Oberstdorf waren es drei. Zajc wurde schon vor dem ersten Sprung disqualifiziert und darf nun bei dieser Vierschanzentournee gar nicht mehr springen.

Schmitt über Kontrolle: «Das ist konsequent»

Seine Disqualifikation bei der ersten Tournee-Station im Allgäu hatte Zajc mit Humor genommen. «Lasst uns den Anzug ein bisschen stretchen, vielleicht ist dann in Ga-Pa alles okay», schrieb der 25-Jährige bei Instagram mit Blick auf das Neujahrsspringen.

«Durch sein Lach-Lach hat sich der Kontrolleur heute wahrscheinlich gedacht: Na gut, dann kontrollieren wir mal vor dem Sprung und nicht erst danach, wenn du ihn gedehnt hast. Und da hat es wieder nicht gepasst», sagte Schmitt. «Das ist konsequent und gibt Timi Zajc eine kleine Denkpause.»

Hoffmann: «Die Kontrollen sind sehr streng»

Die Kontrolleure stellten in Garmisch-Partenkirchen nicht nur bei Zajc Regelverstöße fest. Im US-Amerikaner Jason Colby und dem Türken Fatih Arda Ipcioglu wurden zwei weitere Athleten aus dem Wettbewerb genommen.

«Die Kontrollen sind sehr streng. Man muss alles im Blick haben, dass alles passt», sagte Felix Hoffmann, der als bester Deutscher in der Tournee-Wertung auf Platz vier liegt. «Es ist viel, was man im Vorfeld checken muss. Aber dafür sind wir Profis. Wir müssen mit regelkonformem Material springen. Dafür gibt’s die Regeln. Und wer außerhalb der Regeln ist, darf halt dann nicht mitmachen.»

Quelle: dpa

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