22. Verhandlungstag

Prozess: Angeklagte spricht über Beziehung zu Fabians Vater

24. August 2026 , 10:12 Uhr

Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian steht heute die Angeklagte im Fokus. Erstmals seit Prozessbeginn Ende April bricht sie ihr Schweigen. Das öffentliche Interesse ist enorm.

Die im Fall Fabian wegen Mordes angeklagte Frau hat sich erstmals seit Prozessbeginn selbst vor dem Landgericht Rostock geäußert. «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagte die 30-Jährige über das Verhältnis zum Vater des getöteten Jungen. Das Verhältnis sei zu Anfang sehr harmonisch gewesen – auch zu dem Kind Fabian. Mit dem Vater sei sie sehr schnell zusammengezogen.

Später kam es ihren Angaben nach zu Spannungen, auch weil sie nach einer ungeplanten Schwangerschaft abgetrieben habe. Obwohl die Entscheidung gemeinsam getroffen worden sei, habe sie sich später alleingelassen gefühlt und habe an Depressionen gelitten, schilderte sie ihre Gefühlslage. 

Zuschauer stellten sich schon um 4.00 Uhr an

Der Prozess stößt seit Beginn auf großes öffentliches Interesse. Die ersten Zuschauer stellten sich bereits gegen 4.00 Uhr in der Früh am Landgericht an, um dem Prozess zu verfolgen. Allerdings fanden bei weitem nicht alle Platz im großen Saal 2.002, wo es 100 Zuschauerplätze und 50 Medienplätze gab. Der Prozess wird seit seinem Beginn am 28. April von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Zuschauer und Journalisten müssen durch Sicherheitsschleusen. 

Die 30-jährige Frau soll Fabian laut Anklage am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen.

In dem Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Als letzter Verhandlungstag ist bislang der 10. September terminiert. Dann könnte das Urteil gesprochen werden.

Quelle: dpa

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