Erzbistum Bamberg veröffentlicht neue Erkenntnisse zu historischem Missbrauchsfall

18. Juni 2026 , 10:36 Uhr

Das Erzbistum Bamberg hat neue Erkenntnisse zu einem historischen Missbrauchsfall veröffentlicht. Demnach wurde ein Priester, gegen den bereits 1976 Missbrauchsvorwürfe bestanden, nicht bei den Behörden angezeigt, sondern nach Namibia versetzt.
Aus Archivunterlagen geht hervor, dass kirchliche Stellen von den Vorwürfen wussten. Später war der Geistliche auch in Mailand tätig. Fünf betroffene Schüler eines Bamberger Internats sind aus den Akten bekannt. Weitere Taten im Ausland sind bislang nicht dokumentiert. Die Hintergründe werden derzeit wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse einer unabhängigen Aufarbeitungsstudie sollen im Frühjahr 2027 vorliegen. Erzbischof Herwig Gössl spricht schon jetzt von einem Fehlverhalten kirchlicher Verantwortungsträger.
In einer Mitteilung heißt es von Gössl: „Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen wurde nicht ausreichend Rechnung getragen, während der Schutz von Tätern Vorrang hatte.“ Das Erzbistum bedauere dieses institutionelle Versagen ausdrücklich.

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