Erzbischof Gössl: „Frieden lässt sich nicht durch Bomben gewinnen“

07. März 2026 , 10:15 Uhr

Zum Kunigundentag, dem ökumenischen Frauenfest im Erzbistum Bamberg, betonte Erzbischof Herwig Gössl heute im Bamberger Dom, dass die heilige Kunigunde ein leuchtendes Beispiel für gelebte Friedensarbeit und Versöhnung sei. In der aktuellen Zeit voller Unruhe und Konflikte erinnere ihr Werdegang daran, dass wahrer Frieden zuerst im eigenen Herzen entstehe. „Frieden braucht Aufmerksamkeit, Mühe und Anstrengung“, sagte der Erzbischof und rief dazu auf, die nötige Kraft für die Friedensarbeit aus der eigenen Beziehung zu Gott zu schöpfen.

Sabine Hirschmann, Ev.-Luth. Dekanin für den Dekanatsbezirk Bamberg, hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Motto des Kunigundentages „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15b) nicht als einmaliger Impuls zu verstehen sei – vielmehr brauche Frieden oft Beharrlichkeit und eine leidenschaftliche Entschlossenheit. Neben der heiligen Kunigunde hätten im Lauf der Jahrhunderte viele Frauen eine solch beharrliche Friedensarbeit geleistet.

Kunigunde, die zu Lebzeiten mit Intrigen und politischen Unruhen konfrontiert war, zeigte durch ihre Friedfertigkeit und ihre Fähigkeit zu vergeben, dass der Weg zu einem stabilen Frieden bei jeder und jedem Einzelnen von uns beginnt, so Gössl in seiner Predigt. Trotz Turbulenzen hielt sie an ihrer tiefen Gottesbeziehung fest und zeigte auf, wie der Glaube als Quelle des Friedens und als Kompass friedlichen Handelns fungiert.

Auch wir erlebten heute eine harte, raue und friedlose Welt, sagte der Erzbischof – „sei es durch die Angriffskriege, die von verschiedenen Seiten wie selbstverständlich vom Zaun gebrochen werden, sei es durch die oft brutalen Kommentare im Netz oder auch die tätlichen Angriffe, denen sich Politiker und andere Menschen in öffentlichen Ämtern ausgesetzt sehen.“ Angesichts dessen seien viele versucht, selbst zu verhärten, sich nichts gefallen zu lassen und es dem Gegenüber mit gleicher Münze heimzuzahlen.

„Frieden lässt sich allerdings nicht durch Bomben gewinnen, sondern nur im eigenen Herzen“, betonte Gössl. Die Welt werde dem Frieden keinen Schritt näherkommen, solange man immer nur versuche, auf die anderen einzuwirken – sei es gewalttätig, drohend, schmeichelnd oder auf welche Weise auch immer. Vielmehr gelte es, dem eigenen Frieden im Inneren nachzujagen, ihn zu suchen und ihn aus der Verbundenheit zu Gott heraus zu finden. Für diesen Prozess der inneren Friedensarbeit sei die heilige Kunigunde „ein Vorbild und eine mächtige Fürsprecherin“, so der Oberhirte.

Das weitere Programm des Kunigundentages stand ebenso im Zeichen des Friedens. Nach einem Vortrag der Theologin und Professorin Sabine Bieberstein zur Kraft biblischer Friedenstexte regten verschiedene Workshops dazu an, sich noch tiefer mit dem Thema Frieden und Friedensarbeit auseinanderzusetzen.

Vorbereitet wurde der Kunigundentag vom „Ökumenischen Team Kunigunde“, in dem zahlreiche Aktive der ökumenischen Frauenarbeit im Erzbistum Bamberg zusammenarbeiten.

Die heilige Kunigunde hat gemeinsam mit ihrem Mann, dem heiligen Kaiser Heinrich, im Jahr 1007 das Bistum Bamberg gegründet. Sie starb am 3. März 1033 und wurde im Jahr 1200 heiliggesprochen. Der Kunigundentag wird in Erinnerung an sie gefeiert.

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