Nach einem Evakuierungseinsatz 2021 in Afghanistan ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Soldaten wegen Diebstahlverdachts. Die Beschuldigten seien fünf Bundeswehrangehörige aus dem Einsatzkontingent, das damals Personen aus Afghanistan geholt habe, berichtete eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Kempten.
«Gegenstand des Verfahrens ist der Vorwurf, dass sich die Beschuldigten während der Evakuierungen Waren aus Läden am Flughafen Kabul rechtswidrig angeeignet haben sollen», sagte die Pressesprecherin. Weitere Details zu den Vorwürfen nannte sie nicht. Für die Soldaten gilt bis zum Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung. Über die Ermittlungen hatte zuerst «Bild am Sonntag» berichtet.
Die Bundeswehr hatte Afghanistan 2021 schneller als geplant verlassen. Nachdem die Taliban nach einer Blitzoffensive die Hauptstadt Kabul praktisch ohne Gegenwehr eingenommen hatten, beteiligte sich Deutschland an einem internationalen militärischen Evakuierungseinsatz. Es kam damals zu chaotischen Zuständen und gefährlichen Situationen rund um den Flughafen.
Die Justiz in Kempten ist für den Fall zuständig, weil sie seit 2013 generell Gerichtsstand bei Taten von Bundeswehrsoldaten «in besonderer Auslandsverwendung» ist. Die Kemptener Staatsanwaltschaft ermittelt dann gegen Beschuldigte, egal, in welchem Bundesland die Soldaten in Deutschland stationiert sind.
Quelle: dpa