Unfälle

Erdrutsch begräbt über 100 Arbeiter in Coltan-Mine im Kongo

07. März 2026 , 17:18 Uhr

Coltan aus dem Kongo steckt in Handys und Laptops weltweit. Doch der Preis für den Rohstoff ist hoch: Wieder tötet eine Schlammlawine viele Menschen.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo hat eine Schlammlawine in einer Coltan-Mine mehr als 100 Menschen begraben. Der Erdrutsch sei in den frühen Morgenstunden in der Stadt Masisi in der Provinz Nord-Kivu durch heftige Regenfälle ausgelöst worden, sagte Polizeisprecher Robert Kasongo der Deutschen Presse-Agentur. Rettungskräften suchten weiter nach Toten und möglichen Überlebenden.

Bereits am Dienstag war es, ebenfalls in Masisi, zu einem ähnlichen Vorfall in einem anderen Steinbruch gekommen, in dem Coltan abgebaut wird. Dort waren zahlreichen Medienberichten zufolge bis zu 200 Menschen durch einen Erdrutsch getötet worden. Auch im Januar kam es in dem Gebiet zu einer ähnlichen Katastrophe mit Dutzenden Toten.

Die Arbeitsbedingungen in vielen Minen des rohstoffreichen Landes gelten als prekär – Sicherheitstechnik ist häufig nicht vorhanden, in zahlreichen Minen gibt es auch Kinderarbeit.

Rohstoffe befeuern Konflikt

Die Stadt Masisi steht seit Mitte 2024 unter Kontrolle der Rebellengruppe M23, die dort und in anderen Teilen des Ostkongo den Bergbau kontrolliert. Die reichen Rohstoffe des Landes – neben Coltan auch Gold und Zinn – befeuern den seit mehr als 30 Jahren andauernden Konflikt in der Region, in der mehr als 100 bewaffnete Milizen sowie Soldaten aus dem benachbarten Ruanda aktiv sind.

Coltan, aus dem vor allem das Metall Tantal gewonnen wird, spielt eine zentrale Rolle in der Mikroelektronik. Das Metall ist für viele elektronische Geräte unabdingbar, einschließlich Mobiltelefonem, Laptops und Flachbildschirme. Aufgrund seiner Hitze- und Korrosionsbeständigkeit wird Tantal außerdem in der Automobilindustrie und Luftfahrt sowie für medizinische Geräte benötigt.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

13.02.2026 Lawinen reißen fünf Skifahrer in den Alpen in den Tod In Frankreich wagt sich eine Gruppe trotz Lawinenwarnung abseits der Pisten in die Berge. Auch in der Schweiz werden Sportler vom Schnee mitgerissen. Ein weiterer Toter wird in der Slowakei gemeldet. 07.03.2026 Mindestens 23 Tote bei Überschwemmungen in Nairobi Regenmassen reißen in Kenias Hauptstadt Menschen und Autos mit. Die Metropole steht unter Wasser. Der Wetterdienst warnt vor weiteren starken Niederschlägen. 26.02.2026 Mehr als 50 Tote bei Überschwemmungen in Brasilien Heftige Regenfälle haben im Südosten Brasiliens eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Tausende Menschen verlieren ihr Zuhause – und auch geliebte Familienangehörige. 25.02.2026 Regenchaos auf Bali - Evakuierungen in Touristenorten Evakuierung im Schlauchboot statt Strandspaziergang: Auf Bali kämpfen Einheimische und Urlauber gegen hüfthohes Wasser – und noch ist kein Ende des Regenchaos in Sicht.