Rekordregen im Pazifikstaat

Erdrutsch auf Campingplatz in Neuseeland - mehrere Vermisste

22. Januar 2026 , 04:43 Uhr

Zerstörte Zelte und Hilfeschreie aus dem Toilettenblock: Nach einem Erdrutsch am Mount Maunganui kämpfen Retter gegen die Zeit. Auch andernorts in Neuseeland gibt es nach Rekordregen Vermisste.

Mount Maunganui/Auckland – Nach einem schweren Erdrutsch auf einem Campingplatz am Mount Maunganui in Neuseeland werden mehrere Menschen vermisst, darunter vermutlich auch Kinder. Der Erdrutsch zerstörte Teile des bekannten Campingareals, Zelte wurden von den Schlamm-Massen platt gedrückt, wie die Polizei mitteilte. Augenzeugen berichteten, dass aus einem Toilettenblock Hilfeschreie zu hören waren. 

Menschen auf dem Dach versuchten demnach verzweifelt, zu den Eingeschlossenen vorzudringen. Nach etwa 15 Minuten seien die Stimmen aber verstummt, berichtete die Zeitung «New Zealand Herald» unter Berufung auf einen an der Rettungsaktion beteiligten Mann. Auf im Internet verbreiteten Videos war der Moment des Unglücks zu sehen.

Genaue Zahl der Vermissten unklar

Polizeichef Tim Anderson konnte keine genaue Zahl der Vermissten nennen, sagte aber auf einer Pressekonferenz, es handle sich um «eine einstellige Zahl». Wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche mussten die Retter demnach extrem vorsichtig vorgehen. Es sei aber «möglich, dass wir noch jemanden lebend finden», betonte Anderson.

Der Badeort Mount Maunganui liegt auf einer Halbinsel und ist für seine atemberaubende Natur, herrliche Strände und einen markanten erloschenen Vulkan bekannt – von den Neuseeländern schlicht «The Mount» genannt. Das Gebiet liegt in der weltbekannten Region Bay of Plenty auf der Nordinsel. In Neuseeland sind gerade Sommerferien, viele Menschen sind auf Reisen.

Notstand in mehreren Regionen nach Rekordregen

In der nahegelegenen Ortschaft Papamoa werden nach einem weiteren Erdrutsch, der ein Wohnhaus traf, zwei Menschen vermisst. Auslöser der Unglücke war extremer Starkregen: In der Region fiel innerhalb von zwölf Stunden so viel Regen wie sonst in zweieinhalb Monaten – der höchste Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.

Auch in anderen Teilen der Nordinsel kam es zu schweren Überschwemmungen. Nördlich von Auckland wird nach einem Mann gesucht, der mit seinem Auto beim Versuch, den Mahurangi River zu überqueren, von den Fluten mitgerissen wurde. Die Einsatzteams waren unter anderem mit Drohnen, Hubschraubern und Rafting-Booten im Einsatz, wie der Sender Radio New Zealand berichtete.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

11.01.2026 Lawinen in den Alpen - vier Skifahrer sterben In den Savoyen in Frankreich fordern Lawinen an diesem Wochenende erneut Todesopfer. In Österreich stirbt eine Frau, zwei Deutsche werden verletzt. Die Gefahr bleibt hoch. 27.12.2025 Zwei Tote nach Lawinen in französischen Alpen Gleich zwei tödliche Unglücke ereignen sich am Freitag in den Bergen Frankreichs. 19.01.2026 Heftige Regenfälle fluten Südfrankreich - Schulen dicht Schulen zu, Straßen gesperrt: In Südfrankreich kämpfen Rettungskräfte gegen Überschwemmungen – doch die Fluten bringen auch eine überraschende Erleichterung für die Region. 15.01.2026 Stadiondach hält: HSV-Heimspiel wird ausgetragen Fans des HSV und Gladbach können aufatmen. Nach der Spielabsage unter der Woche steht dem Spiel beider Clubs am Wochenende nichts im Weg. Zwei Faktoren machen das Spiel möglich.