Zeugnis der Wohnungsnot

Einsiedelei von Väterchen Timofej auf Denkmalliste

14. Juli 2026 , 15:12 Uhr

Die einfachen Gebäude in München zeugen von Flucht, Vertreibung und der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg. Was lange ein Schwarzbau war, gilt jetzt als wichtiges Zeitzeugnis.

Die Einsiedelei und der Garten von «Väterchen Timofej» in München sind in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen worden. Den Gebäuden komme eine herausragende geschichtliche Bedeutung zu, urteilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. 

«Der Ost-West-Friedensgarten ist wie ein gallisches Dorf im Herzen unserer Landeshauptstadt. Er zeugt von der Wohnraumnot in der Nachkriegszeit und willensstarken Menschen, die darauf inmitten einer mit Trümmerschutt bedeckten Landschaft eine Antwort fanden», kommentierte Generalkonservator Mathias Pfeil.

Der russische Eremit Timofej Prochorow  - genannt Väterchen Timofej – und seine Partnerin Natascha Dankow hatten die Behausung mitsamt Kapelle und späterem Kirchenbau mit einfachsten Mitteln am Rande eines Schuttberges im Olympiapark errichtet. «Es war ein langer Weg vom Schwarzbau zum Baudenkmal, aber er zeigt, dass Wille manchmal Berge versetzen kann», betonte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) mit Blick auf die bewegte Geschichte des Ortes, der inzwischen als Gedenk-, Lern- und Begegnungsstätte dient. 

Die zum Ensemble gehörende Ost-West-Friedenskirche brannte 2023 ab und soll nach dem Willen der Unterstützer wieder aufgebaut werden. Das Feuer hatte Aufsehen erregt – auch weil unter den Trümmern säckeweise alte D-Mark-Scheine und Münzen entdeckt wurden.

Quelle: dpa

 

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