Weggefährte von Putin tot

Ehemaliger russischer Vizeregierungschef Iwanow gestorben

26. Juni 2026 , 15:42 Uhr

Einst galt er als möglicher Nachfolger von Kremlchef Putin: Sergej Iwanow war Geheimdienstler, Minister, Vizeregierungschef und Leiter der Kremladministration. Nun ist der Putin-Vertraute gestorben.

In Russland ist mit dem ehemaligen Vizeregierungschef Sergej Iwanow ein langjähriger Weggefährte von Präsident Wladimir Putin gestorben. «Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Sergej Iwanow heute verstorben ist», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturmeldungen zufolge. Putin habe den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen und ein Telegramm übermittelt. Iwanow wurde demnach 73 Jahre alt. Zur Todesursache wurde nichts bekannt.

Nach seinem Studium als Übersetzer war Iwanow bis Ende der 1990er für den sowjetischen und russischen Geheimdienst tätig. Dabei lernte er den ebenfalls aus St. Petersburg stammenden knapp vier Monate älteren Putin kennen. Mit einer Unterbrechung zwischen 2008 und 2012 war Iwanow von 1999 bis 2026 Mitglied des russischen Sicherheitsrates. Von 2001 bis 2007 bekleidete er auch den Posten des Verteidigungsministers. 

Putin setzte auf Iwanows Widersacher

2008 galt Iwanow als möglicher Nachfolger Putins, der nach zwei Amtszeiten laut Verfassung nicht mehr bei den Präsidentenwahlen antreten durfte. Der Kremlchef entschied sich letztlich für Dmitri Medwedew, der in seiner Amtszeit die Verfassung änderte und 2012 erneut Platz für Putin machte. Medwedew und Iwanow galten damals als Konkurrenten um die Nachfolge Putins.

Iwanow hingegen arbeitete bis 2011 als Vizeregierungschef. Anschließend leitete er bis 2016 die Präsidialverwaltung. Zuletzt war der Putin-Vertraute noch als Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten für Fragen des Naturschutzes, der Ökologie und des Verkehrs tätig. Medienberichten zufolge trat er auf eigenen Wunsch im Februar von diesem Posten zurück. Es gab Gerüchte, dass Iwanow zuletzt schwer erkrankt war.

Als Befürworter der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 und des 2022 begonnenen russischen Krieges gegen die benachbarte Ukraine verhängten die Europäische Union, die USA und andere Staaten Sanktionen gegen den russischen Politiker. Er hinterlässt eine Ehefrau und einen erwachsenen Sohn.

Quelle: dpa

 

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