Polizei ermittelt

Durchsuchung nach Protest auf Bohrturm in Reichling

23. Januar 2026 , 15:32 Uhr

Zum Protest gegen die umstrittene Gas-Probebohrung unweit des Ammersees klettern Aktivisten auf einen Bohrturm. Monate später bekommt eine beteiligte Person unangekündigten Besuch von Polizisten.

Nach einer Protestaktion auf einem Gasbohrturm im oberbayerischen Reichling haben Polizisten eine Adresse im Raum Regensburg durchsucht. Hintergrund seien Ermittlungen wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch und eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, sagte ein Polizeisprecher. Die Initiative «Ende Gelände» teilte mit, eine «aktivistische Person» sei von der Durchsuchung betroffen.

Anfang September 2025 waren Aktivisten auf den Bohrturm in Reichling geklettert und hatten dort Banner angebracht. Auf ihnen stand «Gas ist Gift» sowie mit Blick auf Bayerns Wirtschaftsminister: «Hubert Aiwanger – Wie verbohrt kann man sein? Gasausstieg jetzt – hier und weltweit». 

Laut Polizei ging es bei der Durchsuchung darum, Hinweise darauf zu finden, wer die anderen an der Aktion beteiligten Aktivistinnen und Aktivisten waren. Damaligen Angaben der Polizei zufolge hatten die Beamten die Aktivisten ohne Zwischenfälle vom Bohrturm geholt. Die Beamten sprachen im September von vier Menschen auf dem Turm und zweien am Boden, die Aktivisten selbst von rund zehn Beteiligten.

Aktivisten sehen Durchsuchung als Einschüchterungsversuch

Die Gruppe bezeichnete die Durchsuchung als «weiteren Versuch uns einzuschüchtern». Es werde «Recht missbraucht, um unsere breite Protestbewegung gegen den Gasausbau mundtot zu machen». 

Hintergrund des Protests ist der umstrittene Plan, in Reichling Erdgas zu fördern. Der Bohrturm, auf dem die Aktion stattfand, ist inzwischen zwar wieder verschwunden, die Probebohrung abgeschlossen. Die Ergebnisse der Untersuchung sollten aber im laufenden Quartal veröffentlicht werden. Sollte festgestellt werden, dass sich wirklich in rund 3.400 Metern Tiefe unter der Gemeinde nennenswerte Mengen an förderfähigem Erdgas befinden, will die «Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH» das Gas über 10 bis 15 Jahre fördern.

Quelle: dpa

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