Jahresbilanz 2025

Drohnenkrieg erschwert Helfern Zugang zu Notleidenden

15. Juli 2026 , 11:10 Uhr

Humanitäre Hilfe wird durch Kampfdrohnen gefährlicher: In der Ukraine entstehen laut Diakonie Katastrophenhilfe «Todeszonen». Im Gazastreifen sorgen die unbemannten Flugobjekte für ständige Angst.

Der zunehmende Einsatz von Kampfdrohnen in Kriegsgebieten mag militärisch Vorteile bieten, für Helfer und Zivilbevölkerung ist ihr Einsatz aus Sicht der Diakonie Katastrophenhilfe eine zusätzliche Gefahr und Belastung. In der Ukraine und in Russland, im Sudan, im Nahen Osten und in vielen anderen Regionen «treffen Raketen und Drohnen Wohngebiete, Krankenhäuser, Schulen und selbst humanitäre Helferinnen», sagt die Präsidentin des humanitären Hilfswerks der evangelischen Kirchen in Deutschland, Dagmar Pruin. 

Surren der Drohnen erinnert an permanente Gefahr

«Ich habe in Gaza und der Ukraine erlebt, welche Rolle Drohnen zur Überwachung und für die Kriegsführung spielen. Dieses ständige Geräusch vergisst man nicht. Es ist extrem belastend für die Zivilbevölkerung und Helfende, weil es permanente Gefahr bedeutet», berichtet Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

«In der Ukraine, da entstehen jetzt Todeszonen», sagt Keßler – humanitäre Helfer seien nun in einem Gebiet von bis zu 30 Kilometern von der Frontlinie entfernt extrem gefährdet. «Das heißt, wir kommen nicht mehr an die Menschen heran, die in diesen Zonen leben», fügt er hinzu. Russland beachte das humanitäre Völkerrecht ohnehin nicht, auch wisse man nie, ob die Entscheidung zum Drohnenangriff im konkreten Fall von einem Menschen getroffen werde oder mittels Künstlicher Intelligenz.

Dutzende Helfer wurden getötet

Alleine in der Ukraine seien mittlerweile 15 Millionen Menschen auf psychologische Unterstützung angewiesen. 2025 wurden laut UN weltweit mindestens 326 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet. 

Spenden wichtiger wegen Kürzung öffentlicher Mittel

Die Spenden für die Diakonie Katastrophenhilfe blieben 2025 nach Angaben der Organisation mit 29,9 Millionen Euro im Vergleich zu 2024 nahezu gleich. Öffentliche Mittel seien dagegen um rund ein Drittel auf 18 Millionen Euro gesunken. Die Zuwendungen des Auswärtigen Amts an die Diakonie Katastrophenhilfe hätten sich mit 9,8 Millionen Euro fast halbiert. Insgesamt standen der Organisation im vergangenen Jahr 65,2 Millionen Euro für die Programmarbeit zur Verfügung.

Gemeinsam mit lokalen, nationalen und internationalen Partnerorganisationen wurden 75 Projekte in 42 Ländern umgesetzt. Aufgrund der Kürzungen habe man die Präsenz im Jemen reduzieren müssen. Auch für Somalia stünden nicht genügend Finanzmittel zur Verfügung. In beiden Ländern drohe Hunger.

Quelle: dpa

 

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