Nach den bundesweit mindestens 99 Badetoten allein im Juni schätzt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft die meisten dieser Unfälle als vermeidbar ein – bei mehr Aufklärung. Zum von den Vereinten Nationen eingeführten Welttag der Prävention gegen das Ertrinken am 25. Juli mahnte DLRG-Präsidentin Ute Vogt, dass zwar jeder gefährdet sei, solche Unfälle aber vermieden werden könnten. Um etwas dagegen zu tun, sei «eine breit angelegte Aufklärungskampagne» notwendig. Doch die Aufklärung der Bevölkerung werde der DLRG und anderen Wasserrettern überlassen.
Beispielsweise müsse besser über Gefahren an Gewässern informiert werden, mahnte der Verband. Kommunen könnten zusammen mit Organisationen für Wasserrettung das bewachte Baden ausbauen und an unbewachten Badestellen etwa Rettungsmittel anbringen. Auch in Schulen gebe es Potenzial, die Retter seien jedes Jahr bundesweit in rund 2.000 Kindergärten und Grundschulen unterwegs, sagte Vogt. «Darüber hinaus wäre es wichtig, mit älteren Schülerinnen und Schülern regelmäßig vor den Sommerferien über Gefahren und sicheres Verhalten zu sprechen.»
Der Bund könne mit nationalen Informationskampagnen einen wertvollen Beitrag leisten, forderte sie. «Länder wie Schweden, Großbritannien und die Niederlande setzen sich auf staatlicher Ebene Ziele zur Reduzierung von Ertrinkungsunfällen. In Deutschland ist so etwas leider bislang kein Thema.»
Besonders gefährdet sind laut DLRG unsichere Schwimmer und Nichtschwimmer. Für deren Ausbildung müssten Bäder saniert oder neu gebaut werden, außerdem seien mehr Personal in den Schwimmbädern und mehr qualifizierte Lehrkräfte für den Schwimmunterricht in den Schulen notwendig.
Quelle: dpa