Diskussion um Flüchtlingsunterbringung in Bamberg - weiter unterschiedliche Positionen

18. Januar 2025 , 09:16 Uhr

In der Diskussion um die Unterbringung von Geflüchteten im Bamberger Stadtgebiet oder den Erhalt des Ankerzentrums ab 2026 bezieht jetzt der Migrantinnen- und Migrantenbeirat der Stadt Stellung. Er hält Massenunterkünfte wie das Ankerzentrum für nicht akzeptabel. Die dezentrale Unterbringung sei die einzige Lösung, sagt Marco Depietri, einer der Vorsitzenden des Rates. Er kritisiert damit Bambergs zweiten Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, der sich den Weiterbetrieb des Ankerzentrums zumindest abgespeckt vorstellen kann:

 

„Wie kann man für die Schließung der AEO sein und gleichzeitig meinen, man müsse sich mit dessen Fortbestand abfinden? Solche widersprüchlichen Signale untergraben die Glaubwürdigkeit im Kampf für eine menschenwürdige Unterbringung. Ich möchte betonen, dass der Migrantinnen- und Migrantenbeirat bereits mehrfach darauf hingewiesen hat, solche Massenunterkünfte sind inhuman und schüren soziale Spannungen.“

 

Die dezentrale Unterbringung hingegen fördere die Privatsphäre, Nachbarschaftspflege, Teilhabe und ist die einzige Möglichkeit für Integration. Die Bamberger CSU fordert unterdessen die Stadtspitze zur Einigung in Sachen Ankerzentrum auf. Laut dem CSU Kreisvorsitzenden Gerhard Seitz, „sei es dringend erforderlich, dass sich der SPD-Oberbürgermeister und der grüne Bürgermeister in dieser fundamentalen Frage für den Bamberger Osten auf eine gemeinsame Linie verständigten.“ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kritisiert ebenfalls die Stadtpolitik in dieser Sache. Am Montag möchte er sich mit Vertretern des Bürgervereins Bamberg-Ost treffen.

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