Kommunalwahlen in Bayern

Die knappsten und die deutlichsten Ergebnisse der Stichwahl

23. März 2026 , 07:37 Uhr

Fast vier zu eins oder erst die zweite Nachkommastelle. So klar und so knapp war die Stichwahl.

Die Stichwahl um Landratsämter und Rathäuser in Bayern hat Kantersiege und Herzschlagfinale hervorgebracht. Mal kam die Entscheidung erst auf der zweiten Nachkommastelle, mal bekam der Sieger fast viermal so viele Stimmen wie sein Herausforderer, wie ein Blick in Daten des Landeswahlleiters verrät. Ein Überblick über die Stichwahlen in den 128 Landkreisen, kreisfreien Städten und Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern, über deren Spitze am Sonntag entschieden wurde, auf Basis der vorläufigen Ergebnisse.

Kantersiege

Den höchsten Sieg fuhr der neue Landrat von Rottal-Inn ein. Martin Koppmann (Freie Wähler) besiegte den Amtsinhaber Michael Fahmüller von der CSU mit 79 zu 21 Prozent – ein überraschend deutliches Ergebnis, wenn man bedenkt, dass zuvor eine Stichwahl nötig geworden war. Mit 78,4 zu 21,6 Prozent fegte der neue Landrat von Ansbach, Marco Meier (ebenfalls Freie Wähler), den Amtsinhaber Jürgen Ludwig von der CSU fast ebenso deutlich aus dem Amt. 

Insgesamt gingen die fünf höchsten Siege an Freie Wähler und eine parteifreie Wählervereinigung, die fünf höchsten Niederlagen an die CSU – einmal davon im Bündnis mit der Jungen Union und viermal mit weniger als einem Viertel der Stimmen. 

Herzschlagentscheidungen

Die knappste Entscheidung gab es ebenfalls bei einer Landratswahl, auch hier standen sich Kandidaten von CSU und Freien Wählern gegenüber. Und auch hier gab es das bessere Ende für den Kandidaten der Freien Wähler – wenn auch erst auf der zweiten Nachkommastelle. Marc Sturm setzte sich in Aichach-Friedberg mit 50,02 zu 49,98 Prozent gegen Peter Tomaschko durch. Ein Vorsprung von 22 Stimmen. 

Insgesamt gingen fünf Stichwahlen mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung aus: Die Bürgermeisterwahl in Kelheim, die Landratswahl in Neumarkt in der Oberpfalz, die Bürgermeisterwahl in Hilpoltstein und die Oberbürgermeisterwahl in Germering. Zweimal gewannen dabei Freie Wähler, einmal eine Kandidatin der SPD und einmal einer von Grünen und SPD. Verlierer waren dreimal die Kandidaten der CSU, einmal eine Kandidatin der Freien Wähler. 

Krachende Niederlagen

Insgesamt gab es vor allem für die Kandidaten einer Partei besonders krachende Niederlagen. Bei zwölf der 128 Stichwahlen in Landkreisen und Kommunen mit über 10.000 Einwohnern erreichte der unterlegene Kandidat weniger als ein Drittel der Stimmen. Neunmal waren es Vertreter der CSU, einmal ein Vertreter der Freien Wähler und zweimal andere Listen. Fairerweise muss man dabei allerdings betrachten, dass keine Partei so oft in den Stichwahlen vertreten war wie die Christsozialen.

Quelle: dpa

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