Die heftige Blamage im Super-G hat die deutsche Vorfreude auf den großen Abfahrts-Klassiker von Kitzbühel getrübt. «Ich bin echt deprimiert, dass wir solche technischen Mängel haben», klagte Cheftrainer Christian Schwaiger. Seine Skirennfahrer hatten zum Auftakt des Hahnenkamm-Wochenendes schwer enttäuscht: Im Super-G schieden drei der vier Starter teils kläglich aus, Luis Vogt landete abgeschlagen nur auf Rang 44.
Ob es am heutigen Samstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) bei der Abfahrt auf der legendären Streif besser wird? Coach Schwaiger sagt, er habe etwas ausgemacht, das ihn trotz des Freitags-Debakels optimistisch stimmt. Was das ist, wollte er vor dem Rennen vor erwartet 45.000 Zuschauer nicht verraten.
Nach dem Super-G ging er seinen Schützlingen zunächst etwas aus dem Weg, von einer wilden Standpauke halte er nichts. «Ich könnte Ihnen Stoff geben, dass Sie nicht mehr wissen, was Sache ist», meinte Schwaiger. «Aber nein, ich glaube, du musst eher vernünftig reden.» Wie es zu den Aussetzern seiner beiden besten Abfahrer kam, das aber kann sich der Trainer nicht erklären.
Simon Jocher, Ende 2025 im Weltcup von Livigno noch Fünfter, kam früh im Rennens in Straucheln und vermied einen womöglich folgenschweren Sturz nur knapp. Just vor diesem Streckenteil bei der Seidlalm seien die Fahrer extra gewarnt worden. «Der Super-G war grundsätzlich nicht schwer. Es gab genau zwei Passagen, wo man ein bisschen die Melone einschalten musste», sagte Schwaiger. Jocher ist der einzige deutsche Speed-Spezialist, der nach einem insgesamt bereits enttäuschenden Winter zu Olympia nach Bormio fährt.
Romed Baumann verpasste nach ganz schwachen Rennen sein Ticket zu den Winterspielen – in Kitzbühel erlebte der 40-Jährige den nächsten Rückschlag. Er schied am Oberhausberg nach einem Innenskifehler aus. «Er ist umgefallen», haderte Schwaiger. «Das ärgert mich immer wieder, auf so einer Passage so einen Fehler zu machen. Das sind Leichtigkeitsfehler, nichts anderes.»
Die Zeiten, in den deutsche Fahrer wie 2018 Thomas Dreßen oder Josef Ferstl 2019 in Kitzbühel gewannen, sind weit entfernt. Den Instinkt à la Dreßen oder die Klasse und Konsequenz, die der diesjährige Sieger Marco Odermatt aus der Schweiz immer wieder zeigt, könne man nicht lernen.
Quelle: dpa