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Deutsche HBO-Premiere: Vom Bankazubi zum Bankräuber

20. Februar 2026 , 06:00 Uhr

Mit «Banksters» startet HBO seine erste deutsche Serie: Ein Bankazubi gerät nach spektakulären Überfällen ins Visier der Polizei. Was können die sechs Folgen?

Der US-amerikanische Pay-TV-Sender HBO (Home Box Office) ist ein Garant für hochklassige Serien: «The Wire», «Game of Thrones», «Die Sopranos» oder «The White Lotus» sprechen für sich. Kürzlich ist der HBO-Streamingdienst Max in Deutschland gestartet. Und schon präsentiert der Mediengigant die erste deutsche Serie. Sie heißt «Banksters» und startet an diesem Freitag.

Die sechsteilige Reihe (jeden Freitag erscheint eine neue 45-minütige Folge) ist von wahren Begebenheiten aus den 2000ern inspiriert und spielt in Berlin. Eine Serie von Banküberfällen hält die Hauptstadt in Atem. Die unbekannten Täter erbeuten über eine Million Euro, die Polizei tappt im Dunkeln.

Bis ein anonymer Brief den Jugendlichen und Bankazubi Yusuf (Evin M. Güvercin) beschuldigt, der daraufhin bei einem Fußballspiel festgenommen und in U-Haft gesteckt wird. Sein Teil der Beute verschwindet spurlos, die Azubi-Mittäter geraten in Panik.

Und schon stellen sich mehrere Fragen: Kann die Polizei Yusuf die Raubserie nachweisen? Verrät der Beschuldigte seine Mittäter? Wer hat ihn verpfiffen? Und wo ist das Geld? Die Serie klärt auch mit Hilfe von Zeitsprüngen in die Vergangenheit auf.

Das ist der Star der deutschen HBO-Premiere

Die Hauptrolle in der ersten deutschen HBO-Serie spielt Eren M. Güvercin. Der deutsch-türkische Schauspieler aus Berlin spielte lange Theater und übernahm diverse TV-Rollen, richtig Fahrt nahm seine Karriere im vergangenen Jahr auf. Da war er zunächst in der deutschen Version der hochgelobten US-Serie «Euphoria» auf RTL+ zu sehen, in der Weihnachtszeit spielte der 23-Jährige im ARD-Historienformat «Mozart/Mozart» den weltberühmten Komponisten.

«Ich muss mich schon manchmal selbst kneifen, um zu verstehen: „Hä? Warum bekomm’ ich jetzt jede Hauptrolle?“», sagte Güvercin der Deutschen Presse-Agentur. «Und ich sage das wirklich mit der größten Demut und hoffe, dass mein Ego nicht so groß ist, wie es vielleicht klingt.»

Er habe schon beim Drehstart vor drei Jahren gewusst, dass «Banksters» (ein Wortspiel aus «Bank» und «Gangster») die erste in Deutschland produzierte HBO-Serie sein wird, durfte aber niemandem davon erzählen. «Die ganze Presse und dieser ganze Trubel, der jetzt auf mich zukommt, ist schon ein bisschen crazy. Also es ist schon eine Ehre, das Gesicht sein zu dürfen von der ersten Show von HBO Deutschland.»

Für deine deutsche Serie ist «Banksters» recht unkonventionell

Mit seiner natürlichen und leicht androgynen Art passt der 23-Jährige perfekt zu einer optisch sehr stylischen Serie, die in den popkulturell gerade ohnehin angesagten 2000ern spielt. «Die ganze Plotline und Dramaturgie finde ich für eine deutsche Serie recht unkonventionell. Auch vom Schnitt her hat es eine ganz eigene Dynamik.» 

Damit erinnert «Banksters» an Serien wie «4 Blocks», «Asbest» oder «Testo», die teilweise auch von deren Machern mitproduziert wird – etwa Schauspieler Kida Ramadan. Mit deutschen Streaming-Hits wie «Dark» oder «Das Boot» kann die Mischung aus Banküberall-Thriller und Coming-of-Age-Drama aber nicht mithalten.

Die bösen Banken – die guten Bankräuber

Güvercin spielt Yusuf als charmanten und hochbegabten Bankräuber mit einem Abi-Schnitt von 0,9. Mit seinen Aktionen foppt er nicht nur das Bankensystem, sondern auch die recht dilettantisch agierende Polizei. Beide kommen bei den Serienmachern um Autor Bernd Lange («Die Kaiserin») nicht besonders gut weg. Die «Guten» sind bei «Banksters» auf jeden Fall die jungen Bankazubis, die auch aus familiären Gründen zu Bankräubern werden. 

Eine Darstellung, die man sicher auch kritisieren kann. Zumal zuletzt beim spektakulären Sparkassenraub von Gelsenkirchen deutlich wurde, dass auch normale Sparerinnen und Sparer betroffen sind. Der Coup rund um Weihnachten habe ihn ehrlicherweise etwas zum Schmunzeln gebracht, erzählt Güvercin.

«Ich hatte schon dieses Gefühl: „Moment, das kenn’ ich doch“. Ich wusste ja, wann das Projekt rauskommt. Und dann plötzlich von diesen Banküberfällen zu lesen, war irgendwie witzig.»

Quelle: dpa

 

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