Nato-Gipfel

Dänemark an Trump: Grönland steht nicht zum Verkauf

08. Juli 2026 , 08:09 Uhr

Präsident Donald Trump verfolgt offensichtlich weiter das Ziel, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen. Die dänische Regierungschefin hat eine klare Antwort.

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hat die erneute Forderung von US-Präsident Donald Trump nach Kontrolle über Grönland scharf zurückgewiesen. Am zweiten Tag des Nato-Gipfels in Ankara sagte Frederiksen: «Grönland steht natürlich nicht zum Verkauf.» 

Die größte Insel der Welt gehört zu Dänemark, hat aber politisch sehr viel Eigenständigkeit. «Natürlich werden wir das Königreich Dänemark verteidigen», sagte sie vor der Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs.

Trump hatte nach seiner Ankunft in Ankara erklärt, dass die Insel von den Vereinigten Staaten und nicht von Dänemark kontrolliert werden sollte. Zuvor hatte ein ranghoher US-Beamter klargemacht, dass eine Übernahme Grönlands aus Sicht der USA der einzige Weg sei, um Sicherheitsrisiken rund um die Insel langfristig zu begegnen.

Schon Anfang des Jahres großer Streit um Grönland

Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der größten Militärallianz der Welt und der gegenseitigen Bündnistreue geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA.

Trumps Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurück – ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er aber fest. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

08.07.2026 Trump: Waffenruhe ist aus meiner Sicht beendet Nach der jüngsten Eskalation im Krieg zwischen den USA und dem Iran ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendet. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara. Quelle: dpa 05.07.2026 US-Beamter: Übernahme von Grönland derzeit «einzige Lösung» Mit unverhohlenen Besitzansprüchen auf Grönland schockte Trump die europäischen Verbündeten. Zwar sah er von einer gewaltsamen Übernahme ab. Den Grundgedanken finden die USA aber noch immer gut. 08.07.2026 Rutte: USA stehen uneingeschränkt zur Nato Sind die USA unter der Donald Trump noch ein verlässlicher Bündnispartner? Das ist die zentrale Frage beim Nato-Gipfel in der Türkei. 07.07.2026 Erdogan inszeniert Trumps Teilnahme am Nato-Gipfel mit Pomp Die Türkei als Gastgeberin des Nato-Gipfels ist umstritten. Ihr Staatschef Erdogan bereitet US-Präsident Trump einen glänzenden Empfang. Für Kritiker sind die Aussichten dagegen düster.