CSU-Zoff in Bamberg: Streit um Fraktion und Mandate spitzt sich zu

31. März 2026 , 08:16 Uhr

Nächste Runde im Dauerstreit in der Bamberger CSU – der Kreisvorsitzende der Bamberger CSU, Gerhard Seitz, wirft dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden Peter Neller und vier weiteren CSU-Stadtratsmitgliedern vor, das demokratische Ergebnis der Stadtratswahlen und seinen Einzug in den Stadtrat nicht zu akzeptieren. Hintergrund ist die wiederholte Weigerung Nellers und der anderen Stadträtinnen und Stadträte, in einer gemeinsamen Fraktion mit Seitz zusammenzuarbeiten. Dies hatten sie bereits vor anderthalb Wochen nach der Gründung der Fraktion bekannt gegeben. Seitz verweist in seiner Mitteilung darauf, dass viele dieses Vorgehen als undemokratisch und unfair kritisierten. Es habe die Möglichkeit bestanden, nicht auf einer gemeinsamen Liste zu kandidieren oder das Mandat nach der Wahl nicht anzunehmen. Er hoffe trotzdem, dass die fünf Stadträtinnen und Stadträte in der von Melanie Huml geführten Fraktion mitarbeiteten. Sollten sich diese Stadträte dagegen entscheiden, dürften sie den Namen „CSU“ nicht verwenden. Dann sei es konsequent, dass jemand der, auf der CSU-Liste in den Stadtrat gewählt wurde, sein Mandat auch wieder zurückgebe, so dass Nachrücker in den Stadtrat aufrücken könnten. Dazu fordere er mögliche Kolleginnen und Kollegen als Kreisvorsitzender auf, so Seitz weiter.
Zum Hintergrund: die Peter Neller, Stefan Kuhn, Anne Rudel, Anna Niedermaier und Michael Kalb hatten am 19. März eine CSU-Fraktion gegründet, die für alle gewählten CSU-Stadträte, außer Gerhard Seitz, offenstehe. Die Beteiligten nannten als Gründe das Abstimmungsverhalten Seitz´in Sachen Ankerzentrum und Haushalt im vergangenen Jahr und sein wiederholtes Agieren und Auftreten im Internet. Zwei Tage später hatten die übrigen CSU-Stadtratsmitglieder eine weitere Fraktion gegründet und die Namensrechte CSU für sich beansprucht. Zur Fraktionsvorsitzenden wurde Melanie Hunl gewählt. Nach einer Kreisvorstandsitzung am Wochenende und dem erneuten Verweis auf die Nutzung der Namensrechte CSU hatte Peter Neller gestern gegenüber Radio Bamberg dies als „Ablenkungsmanöver“ benannt. Er wiederholte, der Knackpunkt sei, dass er und vier weitere Stadträtinnen und Stadträte eine Fraktion mit Gerhard Seitz ausschließen.

Das könnte Dich auch interessieren

30.03.2026 Streit um CSU-Fraktion(en) im Bamberger Stadtrat geht weiter Der Streit um die Fraktionsbildung der CSU im Bamberger Stadtrat geht weiter. Am Wochenende fand unter anderem dazu eine Sitzung des Kreisvorstands der CSU Bamberg-Stadt statt. In einer Mitteilung heißt es, die Mitglieder seien dabei einstimmig dem Vorschlag des Kreisvorsitzenden Gerhard Seitz gefolgt, dass nur die von Melanie Huml gegründete Stadtratsfraktion die Bezeichnung CSU-Stadtratsfraktion tragen 10.03.2026 Stadtratswahlen Bamberg: CSU wohl mit den meisten Stimmen - Fraktionschef Neller geht Kreisvorsitzenden Seitz an Es ist nur noch ein Stimmbezirk in Bamberg bei den Stadtratswahlen auszuzählen und Stand jetzt ist die CSU die stärkste Kraft. Sie kommt auf 23,4 Prozent der Stimmen, was 10 Sitze im neuen Stadtrat bedeutet. Vor der Wahl war es das erklärte Ziel der Christsozialen, stärkste Fraktion zu werden. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Peter Neller spricht 20.03.2026 Bamberger CSU in Aufbruchstimmung - mit mächtig Dampf im Kessel Nach der verpassten OB Stichwahl am 8. März fällt Melanie Huml eine neue Aufgabe zu. Im Radio Bamberg Interview sagte sie: „Der CSU-Kreisvorstand hat mich beauftragt, die CSU-Stadtratsfraktion zu gründen. Deswegen habe ich alle auf der CSU-Liste gewählten Stadträtinnen und Stadträte zu einer konstituierenden Sitzung eingeladen, die morgen stattfinden wird.“ Vorangegangen war ein weiterer Zwist 20.02.2026 Streit um SPD-Veranstaltung: Kritik an Rolle des Migrantenbeirats im Wahlkampf Im Bamberger Kommunalwahlkampf gibt es Streit um eine Veranstaltung der SPD. Die Partei lädt am 27. Februar zu einem interkulturellen Fastenbrechen zum Ramadan ein. Beworben wurde der Termin auch über die Social-Media-Kanäle des Migrantinnen- und Migrantenbeirats. CSU-Kreisvorsitzender Gerhard Seitz und BuB-Stadträtin Daniela Reinfelder sehen darin einen Verstoß gegen die parteipolitische Neutralität des Beirats. Sie fordern