Nächste Runde im Dauerstreit in der Bamberger CSU – der Kreisvorsitzende der Bamberger CSU, Gerhard Seitz, wirft dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden Peter Neller und vier weiteren CSU-Stadtratsmitgliedern vor, das demokratische Ergebnis der Stadtratswahlen und seinen Einzug in den Stadtrat nicht zu akzeptieren. Hintergrund ist die wiederholte Weigerung Nellers und der anderen Stadträtinnen und Stadträte, in einer gemeinsamen Fraktion mit Seitz zusammenzuarbeiten. Dies hatten sie bereits vor anderthalb Wochen nach der Gründung der Fraktion bekannt gegeben. Seitz verweist in seiner Mitteilung darauf, dass viele dieses Vorgehen als undemokratisch und unfair kritisierten. Es habe die Möglichkeit bestanden, nicht auf einer gemeinsamen Liste zu kandidieren oder das Mandat nach der Wahl nicht anzunehmen. Er hoffe trotzdem, dass die fünf Stadträtinnen und Stadträte in der von Melanie Huml geführten Fraktion mitarbeiteten. Sollten sich diese Stadträte dagegen entscheiden, dürften sie den Namen „CSU“ nicht verwenden. Dann sei es konsequent, dass jemand der, auf der CSU-Liste in den Stadtrat gewählt wurde, sein Mandat auch wieder zurückgebe, so dass Nachrücker in den Stadtrat aufrücken könnten. Dazu fordere er mögliche Kolleginnen und Kollegen als Kreisvorsitzender auf, so Seitz weiter.
Zum Hintergrund: die Peter Neller, Stefan Kuhn, Anne Rudel, Anna Niedermaier und Michael Kalb hatten am 19. März eine CSU-Fraktion gegründet, die für alle gewählten CSU-Stadträte, außer Gerhard Seitz, offenstehe. Die Beteiligten nannten als Gründe das Abstimmungsverhalten Seitz´in Sachen Ankerzentrum und Haushalt im vergangenen Jahr und sein wiederholtes Agieren und Auftreten im Internet. Zwei Tage später hatten die übrigen CSU-Stadtratsmitglieder eine weitere Fraktion gegründet und die Namensrechte CSU für sich beansprucht. Zur Fraktionsvorsitzenden wurde Melanie Hunl gewählt. Nach einer Kreisvorstandsitzung am Wochenende und dem erneuten Verweis auf die Nutzung der Namensrechte CSU hatte Peter Neller gestern gegenüber Radio Bamberg dies als „Ablenkungsmanöver“ benannt. Er wiederholte, der Knackpunkt sei, dass er und vier weitere Stadträtinnen und Stadträte eine Fraktion mit Gerhard Seitz ausschließen.