Das Straßen- und Varietéfestival „Bamberg zaubert“ bekommt in diesem Jahr 85.000 Euro aus einer Fraktionsinitiative der CSU im Bayerischen Landtag. Eigentlich eine erfreuliche Nachricht, doch in Bamberg sorgt sie gerade für Diskussionen.
Hintergrund: Im Dezember hatte der Stadtrat den jährlichen Zuschuss von 70.000 Euro für den Stadtmarketing-Verein für 2026 gestrichen. Grund waren Vorwürfe wegen mangelnder politischer Neutralität sowie ausbleibender Reformen und Strukturveränderungen. Auch die CSU-Fraktion hatte damals für die Kürzung gestimmt. Damit standen Veranstaltungen wie „Bamberg Zaubert“ unter erheblichem finanziellen Druck.
Jetzt kommt die zusätzliche Förderung aus München – gerade jetzt zwischen Kommunalwahl und OB-Stichwahl in Bamberg. Das Bündnis „Bambergs unabhängige Bürger“, für das Citymanager Klaus Stieringer bis vor kurzem noch im Bamberger Stadtrat saß, hatte im Wahlkampf die CSU-OB-Kandidatin Melanie Huml unterstützt. Genau dieses Timing sorgt für Kritik. Stadtrat Michael Schmitt von der neugegründeten Zwiebel sagt: „Ich freue mich, wenn größere Fördermittel nach Bamberg kommen. Dass aber gerade jetzt Steuergelder an das Stadtmarketing gehen, dessen Geschäftsführer sich stark im Wahlkampf für Melanie Huml engagiert hat, hinterlässt ein ‚Geschmäckle‘. Da sollte dringend transparent aufgeklärt werden.“
Melanie Huml weist die Vorwürfe zurück. Sie betont, die Unterstützung von „Bamberg Zaubert“ bereits im Dezember beantragt zu haben: „Ich habe ‚Bamberg Zaubert‘ unterstützt, weil es ein Familienfest ist, das in der Innenstadt sehr gut angenommen wird. Es wäre schade gewesen, wenn ausgerechnet im Jubiläumsjahr kein ‚Bamberg Zaubert‘ stattfinden kann.“ Dass die Förderung nun jetzt offiziell am vergangenen Mittwoch bekanntgegeben wurde, habe sie nicht beeinflussen können – das Datum sei bayernweit für alle geförderten Projekte gleich gewesen.