Christopher Street Day

CSD München als Zeichen gegen zunehmende Anfeindungen

08. Juni 2026 , 14:17 Uhr

In Bayern wurden 2025 deutlich mehr queerfeindliche Vorfälle gemeldet. Wie der CSD in München mit einer politischen Parade und bunten Festen ein Zeichen für Vielfalt setzen will.

Die Zahl der Meldungen queerfeindlicher Vorfälle in Bayern hat sich nach Angaben der Beratungsstelle Strong! 2025 deutlich erhöht. Insgesamt dokumentierte die Fachstelle landesweit 413 Vorfälle gegen Schwule, Lesben, Trans-Personen und andere Menschen aus der LGBTIQ+-Gemeinschaft gegenüber 289 im Vorjahr. Der Anstieg spiegele eine zunehmend aufgeheizte Stimmung wider, hieß es. Die Bandbreite reiche von Diskriminierung im Alltag über Beleidigungen und Bedrohungen bis hin zu sexueller Belästigung und Gewalt. 

«Einfach was sehr Schönes»

Der Christopher Street Day (CSD) Ende Juni in München unter dem Motto «Unsere Vielfalt ist unsere Stärke» soll drei Tage lang ein Gegengewicht bilden. «Es ist eine wahnsinnig starke politische Demonstration, natürlich für die Rechte von queeren Menschen, aber insgesamt für eine offene Stadtgesellschaft», sagte Münchens Oberbürgermeisters Dominik Krause (Grüne), der schwul ist. Er selbst habe erfahren, dass man in München immer toleriert werde. «Aber dass man einen Tag wirklich ganz proaktiv feiert, dass wir so vielfältig sind, das ist als queerer Mensch einfach was sehr Schönes, was einem auch ganz gut tut», sagte er. «Gerade in den jetzigen Zeiten, wo auch andere Stimmen wieder lauter werden, finde ich, ist das sehr wichtig.»

Polit-Parade mit Hunderttausenden

Krause ist Schirmherr der Veranstaltung vom 26. bis 28. Juni, zu deren Höhepunkten die Polit-Parade am 27. Juni mit 213 Gruppen durch die Innenstadt zählt. Die Veranstalter erwarten zu dem Umzug mit fröhlichen Kostümen und bunt geschmückten Mottowagen mehr als 300.000 Gäste.

Umrahmt wird die Parade durch ein Fest auf der Ludwigstraße. Von Freitag (26. Juni/14.00 Uhr) bis Samstagabend reicht die Feiermeile bis zum Siegestor, am Sonntag nur noch bis zum Altstadtring. Bislang war das Fest am Marienplatz. Aus Platz- und Sicherheitsgründen wurde es nun aber nach Angaben der Veranstalter verlegt.

Angeboten werden unter anderem Konzerte, Karaoke, politische Gesprächsrunden, ein Café oder ein Biergarten. Auch eine Partyzone soll eingerichtet werden.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

04.06.2026 Rock im Park: So funktionieren Aufbau und Ablauf 80.000 Fans, 32 Kilometer Zaun, 125.000 Mahlzeiten: Hinter den Kulissen von Rock im Park läuft die Organisation auf Hochtouren. Auf diese Kosten müssen sich die Musikfans einstellen. 03.06.2026 Aschaffenburg hisst Flaggen zum CSD - aber nicht am Rathaus Warum der neue OB Schlemmer auf einen Kompromiss setzt – und wie er damit vom Vorgehen seines SPD-Amtsvorgängers abweicht. 03.06.2026 Zentralrat: Antisemitismus-Vorfall in Hotel rechtlich prüfen Eine Hotel-Antwort sorgt für Entsetzen: «Keine Juden erlaubt». Was der Zentralrat der Juden jetzt fordert – und was er zur Entschuldigung des Hotels sagt. 03.06.2026 «Keine Juden erlaubt»: Oberpfälzer Hotel sorgt für Empörung Ein Hotel im Bayerischen Wald schockiert mit einer diskriminierenden Antwort an einen Gast aus Israel. Jetzt ermittelt die Justiz – und die internationale Empörung wächst.