Chemieindustrie

Chinesisches Unternehmen kauft insolvente Perlon-Gruppe

08. Juni 2026 , 13:33 Uhr

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein Unternehmen sucht sein Heil bei einem chinesischen Käufer.

Ein chinesischer Käufer übernimmt ein insolventes Chemie-Traditionsunternehmen: Die Perlon-Gruppe mit sieben Gesellschaften in Deutschland, Polen und China geht an die Wuxi Yinda Nylon Company, wie die mit der Sanierung beauftragte Ulmer Anwaltskanzlei SGP Schneider Geiwitz mitteilte. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Rund 450 der insgesamt rund 510 Arbeitsplätze in den drei deutschen Standorten der Gruppe in Bobingen bei Augsburg, dem baden-württembergischen Munderkingen und im hessischen Waldmichelbach sollen erhalten bleiben. Der Verkauf ist demnach bereits vollzogen.

Insolvenzverfahren im vergangenen Jahr 

Bisheriger Perlon-Eigentümer war die Serafin-Gruppe, ein der Augsburger Unternehmerfamilie Haindl gehörender Finanzinvestor mit Sitz in München. Die Perlon-Gruppe war 2025 in finanzielle Schwierigkeiten geraten, am 1. Oktober hatte das Amtsgericht Augsburg das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Die Gruppe stellt Kunststofffasern unter anderem für Papiermaschinen, Bürsten und Medizintechnik her. Die Chefetage bei Serafin hatte dann offenkundig entschieden, sich von der Perlon-Gruppe zu trennen, Wuxi Yinda setzte sich demnach in einem internationalen Investorenprozess durch. Der Käufer ist laut SGP Schneider Geiwitz ein familiengeführtes Chemieunternehmen. Ansonsten finden sich über Wuxi Yinda nur sehr spärliche Informationen im Netz.

Lage der Chemiebranche sehr angespannt

Die deutsche Chemieindustrie ist in der schwierigsten Situation seit Jahrzehnten, auch etliche größere Unternehmen schreiben an ihren deutschen Standorten rote Zahlen. Ursachen sind ein schwacher Weltmarkt, hohe Energie- und Rohstoffkosten in Deutschland und die erstarkte chinesische Konkurrenz. Nach früheren Angaben kämpfte die Perlon-Gruppe mit gesunkener Nachfrage im europäischen Papiermaschinenmarkt ebenso wie mit massiven Energie- und Lohnkostensteigerungen und internationalem Verdrängungswettbewerb.

Quelle: dpa

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