Academy Awards

Chalamet und «Marty Supreme» gehen bei den Oscars leer aus

16. März 2026 , 11:18 Uhr

Der Schauspieler galt lange als Favorit, doch «Marty Supreme» ging bei der Gala völlig leer aus. Ist die Opern-Kontroverse schuld?

Mit neun Nominierungen war «Marty Supreme» samt Hauptdarsteller Timothée Chalamet in die Oscar-Nacht gezogen, doch am Ende ging der Tischtennis-Film völlig leer aus. Chalamet, der mit Freundin Kylie Jenner im Dolby Theatre in der ersten Reihe saß, war schon zum dritten Mal als bester Hauptdarsteller nominiert – auch bei den 98. Academy Awards blieb ihm jedoch ein Oscar verwehrt. 

In der laufenden Preissaison galt Chalamet lange als Favorit. In «Marty Supreme» unter der Regie von Josh Safdie brilliert er als Tischtennisspieler mit Aufstiegshunger, dem alles recht ist, um sein Ziel als Champion zu erreichen. In Interviews gab sich der Schauspieler häufig so erfolgsbesessen wie sein Filmcharakter. 

Komplette Oscar-Pleite

Wie ist die komplette Oscar-Pleite für «Marty Supreme» zu erklären? Lag es an Chalamets schlagzeilenträchtigen Äußerungen über angeblich mangelndes Interesse der Allgemeinheit an Oper und Ballett? In der Oscar-Nacht wurde im Netz heiß über die Gründe spekuliert. 

Moderator Conan O’Brien (62) hatte gleich zur Eröffnung der Gala gegen Chalamet ausgeteilt. Er sagte zunächst, die Sicherheitsvorkehrungen seien heute Abend extrem streng. Mit Blick auf Chalamet setzte er hinzu: «Mir wurde gesagt, dass es Bedenken hinsichtlich Angriffen sowohl aus der Opern- als auch aus der Ballettwelt gibt». 

Gegenwind aus der Opernwelt

Der Hollywood-Star hatte sich im Februar in einer knapp 90-minütigen Gesprächsrunde mit seinem Kollegen Matthew McConaughey unter anderem über die Zukunft der Kinobranche und das Interesse von Zuschauern an Filmen ausgelassen. In diesem Zusammenhang sagte Chalamet, dass er nicht in Bereichen wie Ballett oder Oper arbeiten wolle – «Dinge, bei denen man sagt, „Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert“». 

Zahlreiche Künstler reagierten empört, große Opernhäuser setzten sich mit einer Mischung aus Witz und Kritik zur Wehr. Einige posteten Videos von voll besetzten Sälen und luden Chalamet zum Opern-Besuch ein. 

Dieser Shitstorm ist allerdings keine plausible Erklärung für Chalamets Niederlage bei den Oscars, denn die Kontroverse kochte erst Anfang März richtig hoch, als die Abstimmung über die Preisträger gerade knapp gelaufen war. 

Vor «Marty Supreme» war Chalamet bereits zweimal für einen Oscar nominiert gewesen. 2018 für seine Rolle in dem Coming-of-Age-Drama «Call Me By Your Name» und im vorigen Jahr für seine Darstellung von Musikikone Bob Dylan im Biopic «Like a Complete Unknown».

Quelle: dpa

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