Fußball-Bundesliga

BVB ist heiß auf die Bayern: «Das Nonplusultra in Europa»

27. Februar 2026 , 15:13 Uhr

Nach dem Champions-League-Debakel will der BVB gegen Bayern München Wiedergutmachung. Kann Dortmund die Heimserie halten und den Titelkampf neu entfachen?

Niko Kovac hat Sonne getankt. Und nach dem blamablen Champions-League-Aus auch spürbar neue Zuversicht für den Fußball-Klassiker. «Die Stimmung im Training ist sehr gut, die Sonne scheint und sorgt bei allen für Glückshormone», sagte der Trainer von Borussia Dortmund vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayern München am Samstag (18.30 Uhr/Sky). «Was war, ist vorbei», beschied er zwei Tage nach dem Debakel in Bergamo, «und ich muss ehrlich sagen: Wir freuen uns drauf!»

Kovac weiß, dass sein Team vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park gegen die Bayern «ein ganz anderes Gesicht als in Bergamo» zeigen muss. Im Playoff-Rückspiel in Italien gab der enttäuschende BVB einen 2:0-Hinspielsieg noch her und schied mit einem 1:4 aus.

«Wir können mit einem Sieg einiges wieder spannend machen»

Das Topspiel gegen den Tabellenführer eröffnet Verfolger Dortmund nun zwei Chancen: «Wir können mit einem Sieg einiges wieder spannend machen», sagte Kovac mit Blick auf das Titelrennen in der Liga. «Und wir könnten mit einem Sieg das, was wir im letzten Spiel an Reputation eingebüßt haben, wieder aufpolieren.»

Mit einem Sieg verkürzen die Dortmunder ihren Rückstand auf die Bayern auf fünf Punkte. Eine Niederlage hingegen würde elf Punkte Vorsprung für München bedeuten. Das wäre zehn Spieltage vor dem Saisonende wohl die frühe Meister-Entscheidung. Darüber wollte Kovac aber nicht grübeln. «Titel hier, Titel da? Nein, ich sehe dieses Spiel isoliert – wir wollen eine Reaktion auf das Spiel am letzten Mittwoch zeigen und wir wollen drei Punkte!»

Letzte Heimniederlage in der Bundesliga gab’s am 8. März 2025

Dortmund ist in dieser Saison in Bundesliga-Heimspielen noch unbesiegt. Die bislang letzte Liga-Niederlage im Signal-Iduna-Park datiert vom 8. März 2025 (0:1 gegen Augsburg). «Ich hoffe, dass wir diese Serie fortsetzen können», sagt Kovac, weiß aber auch: «Bayern München ist eine Topmannschaft, die uns alles abverlangen wird; wir müssen ein 100 Prozent gutes Spiel hinlegen, von der ersten bis zur letzten Sekunde – denn Bayern ist das Nonplusultra in Europa.» 

Verzichten müssen die Borussen auf ihren Top-Assistenten: Julian Ryerson, der in dieser Saison schon elf Bundesliga-Tore vorbereitet hat, ist gelbgesperrt. Zurück in die Startelf kehrt wohl Innenverteidiger Nico Schlotterbeck. Der 26-Jährige verpasste zuletzt wegen einer Gelbsperre und muskulärer Probleme zwei Bundesliga- und zwei Champions-League-Spiele. «Schlotti ist bereit, von Beginn an zu spielen», sagt Kovac.

Schlotterbeck könnte Bensebaini ersetzen

Als der BVB am Mittwoch in Bergamo unterlag, saß Schlotterbeck zur Schonung noch auf der Bank. Gegen die Bayern könnte er nun auf jene Linksposition in der Dreierkette rücken, auf der Ramy Bensebaini in Bergamo keinen glücklichen Eindruck gemacht hatte und an drei Gegentoren beteiligt war.

Beim Hinspiel in München Mitte Oktober erlitt der BVB seine bislang letzte Bundesliga-Niederlage. Seit jenem 1:2 blieben die Dortmunder binnen gut vier Monaten in 16 Ligaspielen unbesiegt und kamen dabei auf elf Siege und fünf Unentschieden.

Kompany über Neuer: «Vielleicht reicht es eher nicht»

Die Bayern haben für das Champions-League-Achtelfinale Mitte März ausgerechnet den Dortmund-Bezwinger Atalanta Bergamo zugelost bekommen.

Den deutschen Clásico in Dortmund werden die Münchner womöglich ohne Kapitän Manuel Neuer bestreiten müssen. Zwar sehe es beim Torhüter nach auskurierter Verletzung «gut aus», sagte Trainer Vincent Kompany am Freitag. Eine Einsatzmöglichkeit wolle er mit dem Routinier aber erst noch gemeinsam erörtern. «Vielleicht reicht es eher nicht», so Kompany.

Neuer war wegen eines Faserrisses beim 3:2 gegen Eintracht Frankfurt von Jonas Urbig vertreten worden. Der 22-Jährige würde im Falle eines Neuer-Ausfalls auch gegen Dortmund im Tor stehen. Für den früheren Schalker Neuer (39) könnte es angesichts seines am Saisonende auslaufenden Vertrags aber die letzte Chance auf einen Einsatz gegen den Rivalen Dortmund sein.

«Es ist ein Klassiker – ein eigener kleiner Titel»

Dass die Meisterschaft im Falle eines Münchner Sieges mit dann elf Punkten Vorsprung wohl endgültig entschieden wäre, interessiert Kompany nicht. «Es ist ein Klassiker, für mich ist das immer ein eigener Titel», sagte der Trainer. «Die Wahrheit ist: Diese Spiele sind dermaßen wichtig, dass es ein eigener kleiner Titel ist. Deswegen ist es für uns auch eine absolute Priorität, da zu gewinnen.» 

Deshalb sei auch der Rahmen vor dem Duell der langjährigen Rivalen
wichtig. «Wir dürfen das schon so groß machen, wie es ist», sagte Kompany. «Ich glaube, dass es wichtig ist für die Bundesliga, dass es auch ein richtiges Topspiel wird – und nicht nur zwei Mannschaften, die Angst haben.»

Quelle: dpa

 

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