Hohe Nachfrage

Bodensee-Häfen kassieren fürs Warten auf Liegeplätze

07. Februar 2026 , 04:00 Uhr

Jahrzehntelang warten auf einen Bootsliegeplatz am Bodensee – und jetzt kostet schon der Platz auf der Warteliste Geld? In immer mehr Häfen muss man schon fürs Warten bezahlen.

Wer am Bodensee auf einen Bootsliegeplatz hofft, muss an immer mehr Orten schon fürs Warten zahlen. Die Stadt Bregenz etwa hat jetzt eine jährliche Gebühr für die Aufnahme und den Verbleib auf der Warteliste eingeführt, wie ein Stadtsprecher mitteilte. Liegeplatz-Anwärter müssen 30 Euro pro Jahr zahlen, andernfalls werden sie von der Liste gestrichen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. 

Die Stadt begründete die sogenannte Evidenzhaltungsgebühr mit dem hohen Verwaltungsaufwand. Derzeit stünden rund 1.500 Interessenten auf der Warteliste. Dadurch könnten jährlich etwa 45.000 Euro in die Stadtkasse fließen. Bregenz ist nicht die einzige Stadt, die Gebühren verlangt. 

Jahrzehntelange Wartzeiten keine Seltenheit 

Hintergrund ist der große Mangel an Liegeplätzen am Bodensee. Laut dem Fachportal yacht.de sind mehr als 52.000 Boote auf dem See zugelassen, während es in den Häfen nur rund 28.000 Anlegeplätze gibt. Wartezeiten von zehn bis 25 Jahren seien keine Seltenheit. 

Deshalb ist Bregenz mit der Regelung am Bodensee nicht allein. Auch in Konstanz, Bodman-Ludwigshafen und anderen deutschen Städten und Gemeinden wie auch in der Schweiz werden für Wartelisten teils Gebühren erhoben – einmalig oder regelmäßig. Und das schon seit Jahrzehnten, wie eine Sprecherin in Bodman-Ludwigshafen erklärte. 

Die neue Gebühr in Bregenz sorgte für gemischte Reaktionen. In sozialen Medien war von Abzocke die Rede, andere nannten es Luxusprobleme. Urs Hämmerle, Präsident des Bregenzer Segelclubs, sieht jedoch auch einen möglichen Nutzen. Solche Gebühren könnten dazu beitragen, die Warteliste zu verkürzen, sagte er dem Nachrichtenportal Vorarlberg Online. Ob die Höhe der Gebühr gerechtfertigt sei, könne er allerdings nicht beurteilen.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

31.01.2026 Schlittenhunderennen lockt Teilnehmer aus ganz Europa Internationale Teams auf steilen Abfahrten: Das Schlittenhunderennen im Grenzgebiet zwischen Bayern und Österreich zieht Hundefans aus vielen Ländern an. 06.02.2026 Ringen um die Welle: neue Tests für Münchens Eisbach-Surfer Der erste Versuch zur Rückkehr der Eisbachwelle bringt noch keinen durchschlagenden Erfolg. Weitere Tests sollen zeigen, wie Münchens Surfer ihre berühmte Welle wiederbekommen können. 26.01.2026 Tiergarten Nürnberg und Zoo Augsburg wegen Schnees zu Wegen starker Schneefälle bleibt der Tiergarten Nürnberg heute zu. Auch in Augsburg öffnet der Zoo nicht. Was Besucher mit Tickets jetzt wissen müssen. 09.01.2026 Eisbachwelle: Surfer und Stadt einigen sich auf Pilotversuch Münchens Surfer können hoffen: Es gibt endlich einen Plan für die Wiederbelegung der berühmten Eisbachwelle. Wer jetzt Verantwortung übernimmt – und warum der Start noch auf sich warten lässt.