Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume hat den verstorbenen Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas als «einen leidenschaftlichen Verteidiger der demokratischen Vernunft» gewürdigt. «Seine Thesen sind heute aktueller denn je – sie sind zeitloser Kompass für eine offene Gesellschaft», sagte der CSU-Politiker. «Wir verneigen uns vor einem großen Denker, dessen Stimme über Jahrzehnte Orientierung in den entscheidenden gesellschaftlichen Fragen gegeben hat – wir verneigen uns vor einer intellektuellen Instanz.»
Habermas war nach Angaben seines Verlages am Samstag im Alter von 96 Jahren an seinem Wohnort Starnberg gestorben. Er zählte zu den wichtigsten Denkern der Gegenwart. Seine Hauptwerke entstanden in Frankfurt am Main, wo seine Karriere in den 1950er Jahren am Institut für Sozialforschung bei Theodor W. Adorno begann.
1961 wurde er in Marburg mit dem Werk «Strukturwandel der Öffentlichkeit» habilitiert. 1971 wechselte er nach Starnberg an das Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt.
Quelle: dpa