Katholische Kirche

Bischofskonferenz: neuer Chef muss für Einheit sorgen

28. Januar 2026 , 12:21 Uhr

Die deutschen Bischöfe kommen bald in Würzburg zusammen, um einen Nachfolger für DBK-Chef Bätzing zu wählen. Über die wichtigsten Herausforderungen spricht der gastgebende Bischof Jung.

Der künftige Chef der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) muss nach Ansicht des Würzburger Bischofs Franz Jung vor allem für Einigkeit unter den Kirchenmännern sorgen. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es, «Einheit im Episkopat herzustellen», sagte er bei der Jahrespressekonferenz der Diözese. Würzburg ist Ende Februar Gastgeber für die Frühjahrsvollversammlung der Konferenz – dann wird ein Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden Georg Bätzing gewählt. 

Es sei nicht verborgen geblieben, dass es auch Spaltungen gegeben habe in der Bischofskonferenz, sagte Jung weiter. «Das ist nicht gut gewesen.» Es sei nicht gelungen, beim Thema Synodaler Weg alle mitzunehmen. 

Auch Kritik am Synodalen Weg 

Diesen Reformprozess hatten die Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) gemeinsam organisiert, um nach den Erschütterungen durch die Missbrauchsskandale in der Kirche Reformen anzustoßen. Einige als konservativ geltende Bischöfe hatten sich jedoch mehrmals öffentlich dezidiert kritisch zum Synodalen Weg geäußert. 

Es sei wichtig, in direktem und regelmäßigem Kontakt mit dem Vatikan zu sein, betonte Jung im Hinblick auf den Reformprozess. Das sei bei der Abstimmung über die Satzung der Synodalkonferenz vorbildlich gelaufen. «Wir wollen diese Schritte, die wir gehen, in Absprache mit Rom, mit der Weltkirche gehen.» 

Die geplante Synodalkonferenz soll aus den 27 Diözesanbischöfen, ebenso vielen Mitgliedern des ZdK und weiteren 27 von der Synodalversammlung zu wählenden Mitgliedern bestehen. 

Keine Spekulationen zur Nachfolge vorab

Die bevorstehende Zusammenkunft der Bischöfe und Weihbischöfe im Februar in Würzburg bezeichnete Jung als «spannend» angesichts der Nachfolgefrage. Personalspekulationen wies er zurück; das werde traditionell bei der Bischofskonferenz im Vorfeld nicht gemacht, versicherte Jung. 

Der Würzburger Bischof dankte Bätzing: «Seine Amtszeit war geprägt durch eine der größten Krisen der Kirche in Deutschland» infolge der Veröffentlichung der großen Missbrauchsstudie. «Zugleich wurde mit dem Synodalen Weg als Beratungsformat Neuland betreten. Georg Bätzing hat es in dieser extrem herausfordernden Situation verstanden, den Gesprächsfaden innerhalb der Bischofskonferenz wie zum ZdK nie abreißen zu lassen, trotz aller bestehenden Spannungen.» Ziel all seiner Bemühungen sei es gewesen, «konsequent die Ursachen des Missbrauchs zu bekämpfen und der Kirche in ihrem Bemühen um Aufarbeitung neue Glaubwürdigkeit zu verschaffen».

Quelle: dpa

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