Skispringen bei Olympia

Betrug mit Penis-Tricks? Sportchef sieht Handlungsbedarf

14. Februar 2026 , 17:49 Uhr

Berichte über Penis-Tricksereien sorgten beim Skispringen zuletzt für Wirbel. «Theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation», sagt der deutsche Sportdirektor - und hat zwei Ideen.

Nach Berichten um Penis-Tricksereien für größere Weiten im Skispringen sieht Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband Handlungsbedarf. «Ich habe keine Hinweise, dass betrogen wurde. Ich sehe trotzdem Handlungsbedarf, um das Thema aus der Welt zu schaffen», sagte der 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur bei den Olympischen Winterspielen in Italien. «Zumindest theoretisch gibt es die Möglichkeit zur Manipulation.»

Es geht um die Regeln des Weltverbands Fis zur Vermessung der Athleten, die für die Bestimmung der Größe der Sprunganzüge wichtig ist. Vereinfacht formuliert: Mehr Stoff an der richtigen Stelle sorgt für mehr Auftrieb. Und da kommt bei Skispringern auch die Penisgröße ins Spiel.

Gespräche mit Ärzten

«Das Problem an der ganzen Sache ist: Die derzeitige Vermessung wird von einem 3D-Scanner gemacht. Der Punkt, wo das Schrittmaß genommen wird, wird aber händisch festgelegt», sagte Hüttel. «Je weiter unten sich die Geschlechtsteile befinden, desto weiter unten ist der Schritt beim Athleten in der Fis-Tabelle manifestiert.»

Während der Vierschanzentournee rund um den Jahreswechsel hatte die «Bild» berichtet, es solle Sportler geben, die für ein paar Millimeter mehr Stoff zu Hyaluronsäure gegriffen hätten, um vor der Messung ihren Penis aufzuspritzen.

«Bis zu diesem Bericht habe ich mir in keiner Weise Gedanken darüber gemacht», sagte Hüttel nun. «Wir haben uns im Nachgang auch mit unseren Ärzten unterhalten, ganz seriös. Sie haben gesagt, dass man durch eine Hyaluron-Spritze oder andere Maßnahmen etwas verändern könnte.»

Wie könnte die Manipulation verhindert werden?

Hüttel sieht zwei Möglichkeiten zur Verbesserung der Messmethode. «Variante eins: Entweder man vermisst die knöchernen Strukturen und legt danach das Schrittmaß fest», sagte Hüttel. «Variante zwei: Man orientiert sich beim Schrittmaß an der Körpergröße.»

Der frühere Nordische Kombinierer erklärt: «Bei 98 Prozent der Athleten liegt das Schrittmaß bei circa 45 Prozent der Körpergröße. Das wäre einfach und transparent und aus meiner Sicht eine Lösung, die man weiterdenken sollte.» Hüttel ergänzte: «So müsste man nur die Körpergröße messen, was auch für die darunterliegenden Wettkampfsysteme wie Continental Cup oder Alpencup praktikabel wäre.»

Hüttel sagte zudem: «Ich würde mir wünschen, dass man im Frühjahr für den neuen Olympiazyklus in den Fis-Gremien einen neuen Weg findet.»

Quelle: dpa

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