Betrug durch falsche Polizeibeamte – zwei Tatverdächtige in Haft

31. Januar 2025 , 14:08 Uhr

Am 16. Mai 2023 erhielt eine damals 76-jährige Bayreutherin einen Anruf eines falschen Polizeibeamten. Er behauptete, dass ihre Wertgegenstände wegen Einbrüchen in der Nachbarschaft in Gefahr wären. Der Betrüger riet ihr am Telefon, ihre Wertgegenstände und Bankkarten der vermeintlichen Polizei auszuhändigen. Der Auskunft des Anrufers zufolge, würde ein Polizeibeamter bei ihr vorbeikommen, alles entgegennehmen und sicher für sie verwahren. Derart getäuscht, übergab die Frau zwei Bankkarten mitsamt der PIN an die falschen Polizeibeamten. Im Anschluss hoben die Betrüger an unterschiedlichen Geldautomaten im Stadtgebiet Bayreuth einen hohen vierstelligen Eurobetrag ab und brachten die Frau so um ihr Erspartes.

Drei Tage später erhielt die noch gutgläubige Rentnerin erneut einen Anruf derselben Tätergruppierung. Sie forderten die Frau auf, 9.000 Euro abzuheben und das Geld im Anschluss wieder zu übergeben. Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin verhinderte die Abhebung und erkannte den Betrugsversuch. Danach meldeten sich die Täter nicht mehr.

Nach langwieriger und umfangreicher Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei Bayreuth gerieten zwei deutsche Staatsangehörige aus Oberfranken im Alter von 24 und 27 Jahren in den Fokus der Beamten. Ein Richter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth Haftbefehle und Durchsuchungsbeschlüsse gegen die beiden Tatverdächtigen. Am Dienstag, 28. Januar 2025, schlugen die Ermittler im Bereich Bamberg zu. Zahlreiche Beamte der Zentralen Einsatzdienste Bayreuth, Polizeiinspektion Bamberg-Stadt sowie der Kriminalpolizei Bamberg unterstützten die federführende Kripo Bayreuth bei den Durchsuchungen und der Festnahme der Tatverdächtigen.

Bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler unter anderem größere Mengen verschiedener Betäubungsmittel, eine Schusswaffe sowie gefälschte Bargeldnoten. Die Schusswaffe und das Falschgeld fanden die Beamten bei dem Verwandten eines Tatverdächtigen, der im selben Haus wohnt. Die Drogen werden dem 24-jährigen Tatverdächtigen zugeordnet.

Ein Richter bestätigte noch am Dienstag unmittelbar nach der Festnahme die Haftbefehle. Die Männer sitzen nun in verschiedenen Justizvollzugsanstalten. Derweil werten die Beamten die beschlagnahmten Beweismittel aus, um noch weitere Erkenntnisse zu diesen und möglicherweise auch anderen Taten zu erlangen.

 

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