Aufrüstung gegen Russland

Bericht zu Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart Lücken

28. September 2026 , 10:29 Uhr

Wappnet sich die EU schnell genug für einen möglichen militärischen Konflikt mit Russland? Eine neue Analyse zur Verteidigungsbereitschaft deckt Schwachstellen auf.

Ein neuer Bericht über die Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart nach Angaben der Außenbeauftragten Kaja Kallas erhebliche Defizite. Es sei bereits viel getan worden und die Investitionen in die Verteidigung seien gestiegen, sagte Kallas zu Beratungen über die Analyse bei einem Verteidigungsministertreffen in Brüssel. Gleichzeitig habe man aber weiter große Lücken bei den Verteidigungsfähigkeiten, die geschlossen werden müssten.

Details nannte Kallas zunächst nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sehen die Autoren des Berichts jedoch zum Beispiel signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen. Die Bemühungen, diese zu schließen, werden als bislang nicht ausreichend dargestellt, um Europas Verteidigungsbereitschaft wie geplant bis 2030 entscheidend zu stärken. Ziel ist es dabei, sich militärisch so stark aufzustellen, dass Russland keinen Angriff auf einen EU-Staat wagt.

Bundesregierung verweist auf Fortschritte

Der deutsche Verteidigungsstaatssekretär Sebastian Hartmann sagte, man
komme aus einer Zeit, in der Europa der Auffassung gewesen sei, mit wenig Verteidigungsausgaben, mit wenig Innovation und wenig Zusammenarbeit den neuen Sicherheitsbedrohungen begegnen zu können. Er rief andere EU-Staaten dazu auf, ihre Verteidigungsausgaben wie Deutschland erheblich zu steigern.

«Warum sollte die europäische Verteidigungsindustrie Kapazitäten aufbauen, wenn europäische Staaten nicht klarmachen, dass sie eben entsprechende Produkte abnehmen?», sagte der in Vertretung von Verteidigungsminister Boris Pistorius nach Brüssel gereiste Staatssekretär. Es gebe gute Signale, aber man könne noch einen Schritt mehr gehen.

Hartmann wies zudem darauf hin, dass der künftig jährlich erstellte Bericht auch Fortschritte dokumentiere. Als Beispiele nannte der den Bereich der maritimen Fähigkeiten, die militärische Mobilität und den Landkampf. Die von der Europäischen Verteidigungsagentur mit Unterstützung der Kommission und der EU-Außenbeauftragten erstellte Bericht soll im nächsten Schritt beim Herbstgipfel der Staats- und Regierungschefs diskutiert werden. Kallas sagte, man müsse sich jetzt darauf konzentrieren, die vorhandenen Lücken tatsächlich zu schließen.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

28.09.2026 Nato-Artikel 4 für die EU? Kallas sieht keine klare Mehrheit Reicht die Nato aus, um Europas Sicherheit zu gewährleisten? Die EU-Kommissionspräsidentin scheint daran zu zweifeln und unternimmt einen brisanten Vorstoß. Nun äußern sich die Verteidigungsminister. 22.10.2026 Rüstungsinfos gesammelt? Mutmaßlicher Russland-Spion gefasst Er soll für Russland Informationen über Panzer, Munition und Militär-Standorte gesammelt haben. Wie der in Brandenburg festgenommene Mann dabei laut Bundesanwaltschaft vorging. 22.10.2026 Europäisches Parlament ehrt Internationalen Strafgerichtshof Der renommierte Sacharow-Preis geht nach Den Haag. Der Internationale Strafgerichtshof macht sich aus Sicht des EU-Parlaments sehr für Gerechtigkeit verdient. Trotz Gegenwind aus den USA. 21.10.2026 Ermittler durchsuchen Büros rechter Fraktion im EU-Parlament Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt dazu, wie eine ehemalige Fraktion des Europaparlaments öffentliche Gelder verwendet hat. Nun gab es Maßnahmen unter anderem in Straßburg.