Spannungen mit Washington

Beamte: Kuba bereitet sich auf US-Militäreinsatz vor

22. März 2026 , 19:48 Uhr

Kuba sieht keinen Grund für ein Eingreifen der USA, rüstet sich aber gegen eine mögliche Intervention. Änderungen am sozialistischen System schließt Havanna aus.

Kubas Militär bereitet sich laut einem hochrangigen Beamten auf einen eventuellen US-Einsatz auf der sozialistisch regierten Insel vor. Es wäre naiv, eine militärische Aggression der Vereinigten Staaten auszuschließen, sagte der kubanische Vize-Außenminister Carlos Fernández de Cossio in einem Interview des US-Senders NBC News. Man hoffe jedoch, dass es nicht dazu komme. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst eine «Übernahme» des sozialistischen Inselstaates angedeutet.

«Wir wissen offen gestanden nicht, wovon sie sprechen, aber ich kann Ihnen Folgendes sagen: Kuba ist ein souveräner Staat. Kuba würde es nicht akzeptieren, ein Vasallenstaat oder ein von einem anderen Staat abhängiges Land zu werden», sagte der Vizeminister. Das kubanische Militär sei stets auf eine mögliche Aggression vorbereitet – und derzeit gebe es auch konkrete Schritte im Kontext der jüngsten Spannungen. 

Havanna gibt keine Details zu den Gesprächen mit Washington preis

Seit der Revolution von 1959 unter dem linken Revolutionären Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Havanna und Washington angespannt. In Trumps zweiter Amtszeit hat sich die Lage weiter zugespitzt. Ein US-Ölembargo hat die wirtschaftliche und humanitäre Krise auf Kuba dramatisch verschärft. Das Land steckte bereits seit Jahren wegen Misswirtschaft, Korruption und eines US-Handelsembargos in einer schweren Wirtschaftskrise. Am Samstag (Ortszeit) kam es zum zweiten inselweiten Stromausfall innerhalb einer Woche.

Washington und Havanna führen zugleich geheime Gespräche. Wann und wo sich beide Seiten zuletzt getroffen haben, wollte Fernández im Interview nicht preisgeben. Havanna hat jedoch Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen. Die Art der kubanischen Regierung, ihre Struktur und ihre Mitglieder sind laut Fernández nicht Gegenstand der Verhandlungen. Auf der Insel ist nur die Kommunistische Partei zugelassen.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

22.03.2026 Kuba in der Krise: Erneut inselweiter Stromausfall Blackouts, knappe Lebensmittel, Müll auf den Straßen: Kuba kämpft mit einer Krise, die das tägliche Leben massiv beeinträchtigt. Das US-Ölembargo macht die Lage noch schlimmer. 20.03.2026 Aktivisten bringen Tonnen Hilfsgüter nach Kuba Auf dem See- und dem Luftweg werden Hilfslieferungen zur Insel gebracht. Die Solidaritätsbewegung kritisiert die Kuba-Politik der USA. Auch Greta Thunberg unterstützt aus der Ferne. 17.03.2026 Kuba will Investitionen von Exilkubanern erlauben Erstmals dürfen Exilkubaner in ihre Heimat investieren – von kleinen Geschäften bis zu Großprojekten. Doch US-Sanktionen bremsen laut Havanna die wirtschaftliche Öffnung. 17.03.2026 Trump deutet mögliche «Übernahme» Kubas an Ausgerechnet am Tag, an dem in Kuba mal wieder der Strom ausfällt, fordert der US-Präsident den Inselstaat heraus. Er könne «alles damit machen, was ich will», behauptet Trump. Wie weit wird er gehen?