Fasching

Bayerns Narren im Endspurt

09. Februar 2026 , 04:30 Uhr

Pappnasen, Prunksitzungen, Weiberfastnacht, Gardetanz: Bayerns Narren feiern die fünfte Jahreszeit. Wo wird es besonders bunt?

Die Faschingssaison geht in die heiße Phase: Quer durchs Land holen Faschingsfans ihre Kostüme raus. Zwischen Unsinnigem Donnerstag/Weiberfasching (12. Februar) und Faschingsdienstag (17. Februar) gibt es schier unzählige Kostümbälle, Prunksitzungen und Maskenumzüge. Eine Besonderheit gibt es in München dieses Jahr sehen: die Schäffler führen ihren berühmten Tanz auf. 

Im vergangenen Jahr war der Fasching in München weitgehend ausgefallen, nachdem ein Auto in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau und ein Kind starben. Zahlreiche Veranstaltungen in der Landeshauptstadt wurden daraufhin abgesagt.

Heuer soll aber wieder fröhlich gefeiert werden. Dazu zählt der mehrtägige Straßenfasching in der Altstadt, der Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt (17. Februar) sowie der Schäfflertanz. Letzterer wird nur alle sieben Jahre gezeigt. Die Gruppe tritt mehrmals an verschiedenen Orten in München und im Umland auf.

Narren-Hochburg Franken

Zu den närrischen Hochburgen in Bayern gehört Franken. Im dortigen Fastnacht-Verband sind mehr als 330 Vereine mit etwa 130.000 Mitgliedern organisiert. In Würzburg, Nürnberg und anderen Städten gibt es traditionell am Faschingssonntag und Rosenmontag Gaudi-Umzüge mit zehntausenden Schaulustigen an den Strecken. Kostümierte aller Couleur erleben Stunden voller Freude und Unbeschwertheit.

Eines der größten Spektakel ist traditionell der Würzburger Faschingszug am Faschingssonntag (15. Februar). Um die 130 Gruppen mit etwa 2.500 Teilnehmern werden erwartet, wie die 1. Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg mitteilt. Zigtausend Menschen verfolgen das närrische Treiben in der Innenstadt. Konfetti in der Hand und Krapfen im Mund sind bei dem Faschingszug ein Muss.

Masken und Getöse

Auch in Ostbayern, in Schwaben und in Oberbayern stehen zahlreiche Faschingsevents an. Zu den bekanntesten gehört der Chinesenfasching in der oberpfälzischen Kleinstadt Dietfurt an der Altmühl. Von 2.00 Uhr morgens an werden am Unsinnigen Donnerstag die Bürger von den «Maschkaras» mit dem sogenannten Weckruf und viel Lärm aus den Betten geholt. Gefeiert wird bis in die Nacht hinein.

Der Chinesenfasching geht auf eine Sage zurück, wonach die Dietfurter im Mittelalter einen Steuereintreiber vor der Stadtmauer stehen ließen. Dieser beschwerte sich, sie hätten sich «wie die Chinesen» hinter ihrer Mauer verschanzt. Seit 2025 ist das Spektakel Teil des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland.

Mit historischen geschnitzten Holzmasken ziehen in Oberbayern ebenfalls am Unsinnigen Donnerstag Maskierte durch Orte wie Mittenwald (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). Nach altem Brauch läuten die Teilnehmer damit den Frühling ein und vertreiben die Dämonen der dunklen Jahreszeit.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

06.02.2026 Verkleiden mit Botschaft: die Politik beim Franken-Fasching Einfach den Kostümfundus auf dem Dachboden plündern und ein wenig Schminke ins Gesicht kleistern? Nein - wenn die Politprominenz zur Franken-Fastnacht nach Veitshöchheim fährt, sitzt jede Botschaft. 06.02.2026 Narrenalarm in Veitshöchheim – und die Politik zittert Fränkischer Humor ist trocken, bissig, manchmal ruppig – aber selten harmlos. Wegducken ist bei der «Fastnacht in Franken» nicht erlaubt. 27.01.2026 Franken-Fasching: Altneihauser Feierwehrkapell'n hört auf Die Fastnacht in Franken ist ohne die Altneihauser Feierwehrkapell'n eigentlich kaum vorstellbar. Warum Kommandant Neugirg den Jüngeren das Feld überlässt. 06.02.2026 Söder geht als Freiheitskämpfer «Braveheart» zur Fastnacht William Wallace, schottischer Freiheitskämpfer, besiegte einst glorreich die Engländer. Markus Söder eifert ihm nach - jedoch nur beim Fasching. Das Schwert immerhin zückt er.