Energie

Bayern sieht Berliner Pläne für Solar-Förderstopp kritisch

21. Juni 2026 , 03:45 Uhr

Bisher wird der Ausbau von kleinen Solaranlagen finanziell vom Bund gefördert. Dies könnte sich aber bald ändern. Im sonnenreichen Bayern kommen die Pläne aus Berlin nicht gut an.

Die bayerische Staatsregierung steht der vom Bund geplanten Streichung der Einspeisevergütung für Solaranlagen skeptisch gegenüber. «Bei einer abrupten Streichung könnten die Ausbauzahlen der PV-Aufdachanlagen in Bayern deutlich zurückgehen», heißt es in einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag. Gleichwohl widerspreche ein Festhalten an der Einspeisevergütung dem Ziel, die Photovoltaik stärker in den Markt zu integrieren. «Stattdessen sollte ein schrittweises Vorgehen verfolgt werden, das die Systemintegration stärkt, ohne den Zubau auszubremsen.»

Das Bundeswirtschaftsministerium erwägt Einschnitte und erhöhte Auflagen bei der Solarförderung. Demnach soll die Förderung für neue, kleine Solaranlagen eingestellt werden, wie aus einem Arbeitsentwurf für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit Stand 22. Januar hervorgeht. 

Staatsregierung will bei Gesetzgebungsverfahren mitreden

Die Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatten bereits massive Kritik aus der Solarbranche und von den Grünen im Bundestag hervorgerufen. Das bayerische Wirtschaftsministerium kündigte in seiner Antwort auf die Grünen-Anfrage an, ihre Forderungen im laufenden Gesetzgebungsverfahren einbringen zu wollen.

Grüne: Bayern würde unter Streichung besonders leiden

Nach Ansicht des energiepolitischen Sprechers der Grünen im Landtag, Martin Stümpfig, würde Bayern als sonnenreiches Bundesland besonders unter der Streichung leiden. «Der starke Zubau der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Photovoltaik nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sondern auch Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen unabhängiger von steigenden Energiepreisen macht. Die PV-Anlage auf dem Dach ist oft der erste Schritt zu mehr Unabhängigkeit. Die Förderung von heute auf morgen zu streichen ist daher das völlig falsche Signal», betonte Stümpfig.

Aus der Sicht Stümpfigs brauche es insbesondere dort, wo es noch strukturelle Hürden gebe und Marktmechanismen bislang nicht ausreichten, weiterhin eine gezielte Unterstützung. Dies gelte insbesondere in Städten, etwa beim Geschosswohnungsbau sowie für Mieterstrommodelle in urbanen Räumen. «Insbesondere in Städten bestehen noch große ungenutzte Dachflächenpotenziale.»

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

17.06.2026 Bewegende Trauerfeier für Ex-Kultusminister Hans Maier Am 8. Juni ist der frühere CSU-Politiker Hans Maier gestorben. In der Münchner Frauenkirche nahmen nun nicht nur frühere Freunde und seine Familie teil. 09.06.2026 In vielen Welten zu Hause: Hans Maier ist tot Er war Kultusminister, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ein engagierter Wissenschaftler – und immer ein Mann der klaren Worte. 94-jährig ist der CSU-Politiker gestorben. 20.06.2026 Gegendemonstrationen vor Beginn des AfD-Parteitags Die bayerische AfD trifft sich zum Parteitag in Passau. Rund 1000 Gegner haben sich am Morgen zu Demonstrationen und Kundgebungen versammelt. 20.06.2026 Machtkampf entschieden: Protschka bleibt AfD-Landeschef Die bayerische AfD ist chronisch zerstritten – das wird auch auf einem Landesparteitag in Passau deutlich. Für dem amtierenden Landesvorsitzenden geht der Machtkampf aber gut aus.